heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier


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Generalvikar diskutiert im „saarland.pod“-Podcast zum Stand der Synodenumsetzung

Generalvikar Ulrich von Plettenberg (2.v.l.) diskutiert im „saarland.pod“ mit Bürgermeister Armin König (rechts), Christine Pfeiffer (2.v.r.) und Reinhard Biringer (links)
Foto: SR / Oliver Buchholz

„Struktur und Inhalte nicht separat sehen!“ – Im „saarland.pod“ des Saarländischen Rundfunks (Ausgabe vom 21. August) diskutiert Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg mit dem Bürgermeister von Illingen, Dr. Armin König, und mit Reinhard Biringer von der „Initiative Kirchengemeinde vor Ort“ zum Stand der Synodenumsetzung. Das Gespräch leitete Christine Pfeiffer vom SR.

Den Podcast zum Anhören (ca. 48 Minuten) finden Sie unter diesem Link auf den Seiten des Saarländischen Rundfunks.


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um so schlimmer…

Podcast „Kreuz & Quer“ (vom 25. Juli 2020)

Altfried Rempe hat die vatikanische Instruktion über die Pfarrgemeinden gelesen. Und fühlte sich dabei immer mehr an eine Anekdote über den Philosophen Friedrich Wilhelm Hegel erinnert: Als der darauf angesprochen wurde, dass die Tatsachen so anders seien als sein schönes Gedankengebäude, antwortete er knapp: Umso schlimmer für die Tatsachen. In seinem Kommentar für „Kreuz & Quer“ kritisiert Altfried Rempe, dass auch das Bild, dass die Instruktion von Pfarreien und Pfarrern zeichne, nicht zu den Tatsachen passe. Für wen ist das schlimm – für die Tatsachen?

Ist es seltsam, dass mir bei solchen Nachrichten immer die Geschichte einfällt, in der Friedrich Wilhelm Hegel, der große deutsche Philosoph vorkommt – und einer seiner vielen Bewunderer: „Das ist alles so schön und so richtig, Herr Professor, was sie da sagen“, lobhudelt der; „aber die Tatsachen sind so anders in der Welt“, legt er nach. Darauf Hegel: Umso schlimmer für die Tatsachen.

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Diskrepanz zwischen Vision und Möglichkeit der Verwirklichung

Für Bischof Dr. Stephan Ackermann gibt es „eine Diskrepanz zwischen einer durchaus ansprechenden Vision von Pfarrei als Ort des gelebten Evangeliums und den Hinweisen zur konkreten Verwirklichung“ in der römischen Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ (20. Juli 2020 – Download als PDF).
Das hat der Trierer Bischof im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur und der Trierer Bistumszeitung „Paulinus“ heute (24. Juli 2020) erklärt.

Das Interview im Wortlaut finden Sie im gedruckten Paulinus und hier online.

Bischof Ackermann

Dr. Stephan Ackermann, Bischof von Trier, im Kreuzgang des Trierer Doms.


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Synodales Rechenexempel

Podcast „Kreuz & Quer“ von Wolfgang Drießen vom 27. Juni 2020

Ich bin Wolfgang Drießen von der Rundfunkarbeit im Bistum Trier und gebe zu, dass ich mit den Ergebnissen der römischen Intervention zur Synodenumsetzung im Bistum Trier irgendwie gerechnet habe. Obwohl ich in Mathematik eigentlich eine Null bin. Aber mit den Grundrechenarten komme ich klar. Deshalb hier eine einfache Rechenaufgabe:

172 – 40 -100 = 32

Jetzt bin ich Ihnen natürlich die Erklärung schuldig, was es mit diesen Zahlen auf sich hat.

172: Das ist die Zahl der möglichen zukünftigen Pfarreien, die nach den ersten Überlegungen nach dem römischen Nein zur geplanten Strukturreform jetzt im Raum steht.

40: Das ist die Zahl der Pfarreien, die zurzeit schon vakant sind, also keinen Pfarrer haben.

100: Das ist eine von mir angenommen Zahl, die aber wohl nicht ganz weit von der Wahrheit entfernt ist. (Wer das genauer weiß, kann sich bei mir melden, dann korrigiere ich meine Rechnung gerne.) Wenn pro Jahr 10 Pfarrer in den Ruhestand gehen, die nicht ersetzt werden können, dann sind das 100 in 10 Jahren. Anzunehmendes Ergebnis für das Jahr 2030: Es gibt im Bistum Trier noch 32 Pfarrer, die als „pastor proprius“ nach Can. 519 CiC eine Pfarrei leiten können und dürfen. (Es gibt im Codex Iuris Canonici, dem kirchlichen Gesetzbuch ganz viele Zahlen, mit denen man rechnen muss, so auch die 519).

Merken Sie was? So oder so ähnlich müssen vor mir schon andere gerechnet haben. Denn dieses Ergebnis bzw. diese Zahl ist nicht weit weg von der Anzahl der Pfarreien der Zukunft, die bis zum November 2019 als Zukunftsmodell für unser Bistum Trier vorgesehen waren, nämlich 35. Wir hätten also zumindest mal zehn Jahre arbeiten können, ohne uns ständig mit neuen Vakanzen und Notlösungen über Wasser zu halten, um Fähnchen neu zu stecken und irgendwie kirchenrechtlich aufreißende Löcher zu stopfen.

Obwohl die Zahlen stimmen, wir haben uns verrechnet. Jetzt muss es also anders gehen. Ich habe gehört, dass es etwas ganz Neues und Einzigartiges gibt, das Bischof Stephan aus Rom mitgebracht hat. Es soll eine Arbeitsebene geben zwischen dem Bistum und Rom, die eng miteinander Schritt für Schritt vorwärts trippelt, damit ja keiner mehr auf dem Weg der Synodenumsetzung in irgendeinen Fett- oder sonstigen Napf tritt. Wenn ich jetzt mal den günstigsten Fall annehme und die „Römer“ staunend von uns lernen wollen, wie man vielleicht auch in anderen Bistümern der Welt die Zukunft gestalten kann, dann sollten sie –„die Römer“ – zuallererst das Abschlussdokument unserer Synode von 2016 lesen.

Ja, das ist jetzt schon genau 4 Jahre her. Und ja, dieses Dokument gilt auch heute noch. Kein Buchstabe davon ist von Rom oder irgendeinem anderen zurückgepfiffen oder gestrichen worden. Schade, dass diese Tatsache die Presse und die Öffentlichkeit in den letzten Wochen nicht so interessiert hat wie das römische „Nein“ zur Struktur.

Aber zurück zum Dokument: Da stehen wunderschöne Sätze drin wie:

Im Neuen liegt eine Radikalität, die nicht dem Alten, bisher Bekannten verhaftet bleibt, sondern sich mit Mut und Weite neuen Perspektiven stellt“.

(heraus gerufen, Abschlussdokument der Synode im Bistum Trier, S. 14)

Oder:

Es gilt Abschied zu nehmen. Abschiednehmen heißt einsehen, dass etwas ans Ende gekommen ist, und einen Schlusspunkt setzen. Bewusstes und verantwortliches Abschiednehmen lässt dem Zurückgelassenen die Bedeutung, die ihm zusteht. Ein guter Abschied macht einen Neuanfang möglich.“

(s.o. S.14)

Lest das, ihr lieben „Römer“, am besten das ganze Dokument, und rechnet damit, dass wir „Trierer“ es ernst nehmen. Denn es hat es verdient. Und bitte, bitte lernt mit uns. Damit es nicht noch mal einen Strich durch die Rechnung gibt.

Und rechnet damit, dass wir Wege finden, die richtigen Strukturen zu finden, um die guten Inhalte unseres Synodendokumentes auch umsetzen zu können. Dazu als Tipp noch eine Zahl zur persönlichen Weiterbildung in höherer Synodenumsetzungsmathematik: CIC Can. 517 §2.

„Wenn der Diözesanbischof wegen Priestermangels glaubt, einen Diakon oder eine andere Person, die nicht die Priesterweihe empfangen hat, oder eine Gemeinschaft von Personen an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben einer Pfarrei beteiligen zu müssen, hat er einen Priester zu bestimmen, der, mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet, die Seelsorge leitet.“

Can. 517 §2 CIC 1983

Wenn uns bis dahin nicht die Menschen weg gelaufen sind, die das alles machen sollen. Denn auch damit sollten wir rechnen.

Der Podcast zum Anhören


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Fürchtet euch nicht!

„Wie geht der Weg in der Synode unseres Bistums Trier weiter? Ängste und Sorgen schwingen mit in den Alltag der Kirche und der Menschen, die hier haupt- und ehrenamtlich arbeiten. In all das spricht Gott an diesem Sonntag zu uns ‚Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Zeit.'“

Das Sonntagswort für Sonntag (21. Juni) ist in Ramersbach aufgenommen. Neben dem Impuls von Dechant Jörg Meyrer spricht Bischof Stephan Ackermann ein Grußwort.

Mehr dazu: www.verbundenanderahr.de

Alle Informationen, Videos, Statements zum Download und Materialien zur aktuellen Synodenumsetzung mit den Entwicklungen nach den Beratungen mit den diözesanen Gremien (Pressekonferenz vom Samstag, 20. Juni 2020) finden Sie unter bistum-trier.de/herausgerufen


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Neugierig sein, neugierig machen

Zwei Jahre lang waren nach intensiver Vorbereitung zehn diözesane Erkundungsteams im Bistum unterwegs

Von Dr. Gundo Lames (+)

Die Erkundungsphase im Rahmen der Synodenumsetzung und der Vorbereitung der Pfarreien der Zukunft ist zu Ende. Zwei Jahre lang waren nach intensiver Vorbereitung zehn diözesane Erkundungsteams unterwegs. Ihr Auftraggeber war der Bischof. Er hatte sich eine mutige, neugierig machende und aktivierende Erkundung gewünscht. Die Erkundungsteams haben in den ersten, zumeist „Rendezvous“ genannten Eröffnungsveranstaltungen auch regionale Erkundungsteams gewinnen können. So konnten in dieser Zeit über 10.000 Menschen bei Treffen in Gruppen, Institutionen, Gremien, auf öffentlichen Plätzen, auf Märkten, vor und in Bahnhöfen, vor Supermärkten, in und vor Kirchen, auf einem Schiff, bei Fahrradtouren und vielen anderen Gelegenheiten angesprochen werden.

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In Kontakt kommen mit dem Sozialraum

Erfahrungen aus der Erkundungsphase

Interview mit Edith Ries (stellvertretende Leiterin des Synodenbüros) und Dr. Alexander Knauf (Referent Sozialraumorientierung und Gemeinwesenarbeit Caritasverband für die Diözese Trier e.V.)

Was stand hinter der Idee der Erkundung?

Ries:  Die Idee war, als Kirche hinaus zu gehen zu den Menschen, in ihre Lebenswelt vor Ort, und zu schauen, welche Themen sie bewegen und motivieren, was sie bedrückt und was sie von Kirche erwarten und benötigen. Es ging darum, Interesse für Neues zu wecken, bisher Unbekanntes zu entdecken, aber auch Altbekanntes und Bewährtes neu in den Blick zu nehmen.

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Geistige Weite und kreative Spiritualität – Zum Tod von Dr. Gundo Lames

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Dr. Gundo Lames ist tot

Der langjährige Leiter des Strategiebereichs „Ziele und Entwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat Trier starb am Morgen des 1. April nach schwerer Krankheit. Er wurde 62 Jahre alt. Mit Bischof Dr. Stephan Ackermann und Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg trauert die ganze Dienstgemeinschaft des Bischöflichen Generalvikariates um ihren Kollegen und Weggefährten. „Mit dem Tod von Gundo Lames verliert das Bistum Trier eine visionäre Führungskraft, der mit unbändiger Energie bis in seine letzten Lebenstage hinein starke und auf Zukunft gerichtete Impulse gesetzt hat. Seine eigene Begeisterung für seine Ideen und Gedanken war ansteckend“, würdigt Generalvikar von Plettenberg den Verstorbenen.

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Orte von Kirche

Synodalversammlung, Synodenumsetzung, „Pfarreien der Zukunft“ oder „Orte von Kirche“ – ganz im Ernst, wenn ich Freunden von der Umsetzung der Bistumssynode erzähle, könnte ich auch gleich ein Wörterbuch daneben legen. Auch vielen Gläubigen im Bistum fällt es schwer, sich etwas unter den Begriffen vorzustellen. Dabei ist das so wichtig, wenn wir alle gemeinsam unsere Kirche auch in Zukunft gemeinsam leben wollen.

Ich habe meine Freunde mal gefragt, was sie unter den Begriff verstehen: (Frau) Ort von Kirche? … Da fällt mir jetzt so spontan gar nichts zu ein“, (Mann) Spontan würde ich sagen, dass es ein Ort ist, an dem Menschen zusammenkommen, sich treffen“, (Mann) Ein Ort von Kirche ist für mich überall, wo nette Leute zusammenkommen und man sich gegenseitig hilft und eine schöne Zeit miteinander verbringt“.

Im Grunde haben die zwei Jungs schon den Kern ausgemacht; aber so manchem Katholik geht es da eher wie meiner Freundin. Weiterlesen


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Die Zukunft des Ehrenamts

Ehrenamt ist mühselig. Nach der Arbeit geht es zu Vorstandssitzungen, am Samstagmorgen zu Arbeitseinsätzen, bei Wind und Wetter Waffeln verkaufen und dann hat man vielleicht auch noch Ärger mit dem Zweiten Kassierer und überhaupt engagieren sich doch immer nur die gleichen.

Auf der anderen Seite: Da gibt es strahlende Gesichter bei den Teilnehmern, die sich über eine gelungene Organisation eines Benefizlaufes freuen. Da gibt es Dankbarkeit bei der Übergabe von gesammelten Spenden. Bei der anstrengenden und mitunter lauten Vorstandssitzung gibt es ein versöhnliches Bier an der Theke. Weiterlesen