heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier


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Außerirdisch…

 

Grafik auf einem Dashboard zur Tagung: Zwei in einem Boot

Caritas und Seelsorge – „in einem Boot“

Woran würde ein „Außerirdischer“ merken…

dass wir eine diakonische Kirche sind? Die Frage „saß“…, gestellt von einer Teilnehmerin bei der gemeinsamen Tagung Seelsorge – Caritas im Dekanat Kirchen. Beim Treffen ging es um die Ermutigung zu einer diakonischen Kirchenentwicklung im Sinne des Synodendokuments – und um „Bilder“: vom „Boot“ (in dem Caritas und Seelsorge gemeinsam sitzen), von „Sternen“ und „Stürmen“ (um unterschiedliche Zugänge) und vom „Rudern“ (um miteinander Kurs zu halten).

Der Dichter Reiner Kunze hat das Bildwort vor Augen gestellt:
Rudern zwei
ein boot,
… und am ende ganz am ende
wird das meer in der erinnerung
blau sein. – hier ist das ganze Gedicht

Der Reihe nach: Zur gemeinsamen Tagung von Mitarbeitenden des Caritasverbandes und Seelsorgerinnen und Seelsorgern hatte die Fachkonferenz Caritas eingeladen. Es moderierten Birgitta Bauer und Carmen Schröder vom Diözesancaritasverband. Bereits in der Vorstellungsrunde hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, mittels einer auszuwählenden Abbildung zum Ausdruck zu bringen, was für sie eine diakonische Kirche darstellt. Vertiefend hierzu wurde in kleineren Gruppen mit Textabschnitten aus dem ersten Kapitel des Synodendokuments gearbeitet: „Suchet zuerst Gottes Reich“. Was hat mich bewogen, diesen oder jenen Text zu nehmen? Können wir – als Gruppe – bestimmte Aussagen präferieren? Eine spannende Auseinandersetzung.

Ebenso spannend die Frage in der anschließenden Großgruppe, was je persönlich in der Begegnung mit Anderem und Anderen „irritiert“, „betrifft“, „inspiriert“ bzw. „evangelisiert“. Auch hier waren es Bilder („typische“ Gesichter), die die Wortbeiträge unterstützten.

Die „Pfarrei der Zukunft“ als „diakonische Kirche“ zu denken, dazu wurden in der Folge Vertreterinnen und Vertreter aus Seelsorge und Caritas befragt: Welche Themen, welche Haltungen, welche Kirchorte, welche Botschaft… Dem großen Kreis der Zuhörenden kam die Aufgabe zu, ggf. unterschiedliche Zugänge der „Anderen“ zu hinterfragen.

Abschließend wurden die Möglichkeiten künftigen Miteinanders in Eckpunkten formuliert sowie eine „dreigleisige“ Umsetzung (Dekanatskonferenz – Projektarbeit unterschiedlicher Akteure – sowie thematische Vertiefung innerhalb des Caritasverbandes) miteinander vereinbart.

Bleibt noch die Frage, woran ein „Außerirdischer“ merkt, dass wir diakonische Kirche sind? Man könnte „nachschieben“: Darf es auch ein „Irdischer“ sein, der was bemerkt? Was sind die „Kennzeichen“ einer diakonischen Kirche? Was ist jetzt zu tun?

Die Weiterarbeit am Thema ist für Seelsorge und Caritas auf der „Trierischen Insel“ angesagt. Dazu liegen eine Fülle von Gedanken und Vorschlägen vor – erwachsen aus einem sehr lebendigen, offenen Dialog miteinander.

Rudolf Düber, Diakon


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Töne wider, heilige Halle

Resonanz-Treffen mit Bischof Stephan in St. Maximin, Trier

von Michaela Tholl

Lasst es tönen! – Mit dieser Einladung und Bezug zum Exsultet in der Osternacht begrüßt Dechant Schmitz aus Trier die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der sechsten Resonanz-Veranstaltung zur Raumgliederung in Trier St. Maximin. Mir kommt gleich der Gedanke, dass eine solche Einladung an diesem Ort, der selbst für bewegte Zeiten der Veränderung steht, ein guter Ort für einen Widerhall zum ersten Schritt in der Synodenumsetzung sein könnte. Darauf folgte der Hinweis, dass jetzt ein Volk zur Resonanz aufgerufen ist, das nicht an der Synode beteiligt, aber von den Ergebnissen betroffen ist; das lässt aber ahnen, dass hier eher der Betroffenheit Raum gegeben würde und dass weniger mit Jubel zu rechnen sein wird.

Stimmungs-Bild in St. Maximin: Grüne Karten...

Stimmungsbild in St. Maximin

Auch wenn in einem ersten Stimmungsbild Entspanntheit und Besorgnis sich die Waage halten, so sind es im Anschluss an die einleitenden Worte des Bischofs und von Dechant Grünebach doch vor allem die Sorgen, die zum Ausdruck kommen.

„Bei uns ist die Welt noch in Ordnung – und nun diese extreme Form der Veränderung! Das können die Leute nicht nachvollziehen.“ „Wie wird es mit der Sakramenten-Spendung weiter gehen? Die Menschen können ihren Glauben nicht mehr praktizieren, weil die Wege zu weit sind.“ „Die Gremien haben viel geleistet, und nun braucht man sie bald nicht mehr. In den Räten schimpfen die Leute nur noch. Viele haben sich ganz abgewendet.“ „Die älteren Menschen fühlen sich nicht mehr wertgeschätzt und abgehängt.“ „Dies ist eine brandgefährliche Übergangszeit. Hilfreicher Beistand fehlt.“ „Was wird mit dem Geld, wenn in einer Gemeinde Vermögen durch Verkauf von Pfarrhäusern oder Erbschaften entstanden ist?“ „Was wird mit den Angestellten der Kirchengemeinden?“ „Im Synodendokument kommt weder die Bibel noch der Katechismus vor.“ Und sogar: „Herr Bischof, kämpfen Sie für den überlieferten Glauben?“

Zwar hat der Bischof zu Beginn klargestellt, dass es keine fertigen Antworten oder Pläne in der Schublade gebe und dass genau dies der Beweis und der Preis für das synodale Vorgehen sei. Dennoch können einige Missverständnisse angesprochen und für den einen oder anderen besorgten Besucher der Veranstaltung vielleicht auch ausgeräumt werden.

„Natürlich bleibt der überlieferte Glaube unangetastet“, betont der Bischof. „Die Synode verändert den Glauben nicht, sondern fragt danach, wie wir den Glauben leben und bezeugen. Die Kirche im Bistum Trier versucht sich genau von diesem Auftrag her zu verstehen. Der epochale Wandel vollzieht sich auch ohne die Synode. Die Lebensweise der Menschen heute verändert sich radikal: Wohlstand, Freiheit, Bildung – die Menschen entscheiden selbst, wo und wie sie ihren Glauben leben; die Synode versucht, Antworten darauf zu geben. Wir sind längst eingetreten in eine neue Geschichte des Glaubens.“

Genau das ist auch meine persönliche Erfahrung schon seit vielen Jahren. Und so frage ich mich gelegentlich während der Veranstaltung, wieso es so schwer fällt, die Chancen und Möglichkeiten in der Synodenumsetzung zu erkennen? Liegt es vielleicht daran, dass die Menschen, die sich über diese neuen Möglichkeiten freuen könnten, gar nicht (oder schon lange nicht mehr) da sind? Dann hätte ein Teilnehmer recht, der sagt: „Die Synode hätte schon 20 Jahre früher kommen müssen.“ Aber wenn das so ist: müssen wir uns dann nicht erst recht mit Hochdruck und ohne Zeitverlust den Herausforderungen stellen? Und zwar immer mit der Zuversicht, die unser überlieferter Glaube uns schenkt?

In der Tat haben am Samstag die Hallen von St. Maximin weniger vom Osterlob widergehallt als von den Sorgen der Menschen, die wichtige Säulen der Kirche wegbrechen sehen. Und eines muss auch immer wieder klar und deutlich gesagt werden: Die Pfarrei der Zukunft wird nicht dem Bild der Pfarrei entsprechen, mit dem wir groß geworden sind. Es wird künftig eine verlässliche Verwaltungsebene geben, die sicherstellen soll, dass es Orte christlichen Lebens geben wird, an denen Menschen von ihrem Glauben erzählen, Gottesdienst feiern und sich diakonisch für bessere Lebensbedingungen in dieser Welt einsetzen.

Die Pfarrei der Zukunft wird einen Rahmen schaffen, in dem vielfältiges und unterschiedliches Gemeindeleben wachsen kann – eigentlich das Gegenteil von Zentralisierung! Ich sehe auch nicht, dass die Synode alte Menschen abhängen will und Menschen in den jetzigen Räten für überflüssig erklärt. Oft wird eingewandt, dass die Kirche die Nähe zu den Menschen verliere. Dabei wird übersehen, dass wir als Kirche die Nähe zu einem großen Teil der Menschen längst verloren haben. Wie bleibt der Glaube lebendig in einer sich rasch verändernden Welt? Im Weggehen sich selber finden, im Hinausgehen in die Welt sehen, wie und wo sich Gott uns zeigt: die Erfahrung, dass das Volk Gottes immer schon ganz wesentlich von Impulsen belebt worden ist, die von außen kamen, ist eine zutiefst biblische und kirchengeschichtliche Erfahrung.

Für mich heißt die Frage: Wie können wir immer wieder neu die Erfahrung eines Gottes sichtbar machen, der mit uns geht, dem die Schwachen am Herzen liegen, der Würde und Freiheit schenkt? Unser Glaube ist erst dann bedroht, wenn wir aufhören, daran zu glauben: dass Gott der ist, der mit uns geht, durch alle Zeiten.


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Danke, dass Sie „noch“ Ehrenamtler sind!

… antwortete Weihbischof Jörg Michael Peters auf die Frage, was er einem ehrenamtlich engagierten Mann antworten würde, der kurz zuvor ausdrücklich erklärt hatte, er sei „noch Ehrenamtler“ in seiner bisherigen Pfarrei. Und außerdem habe es schon Gespräche gegeben – und gute Aussicht, dass das Engagement weitergeht.

resonanz-simmern

Simmern: Selbsteinordnung nach „Ehrenamt / Hauptamt“, Alter („Sturm&Drang / Weisheit des Alters“) statt einer Vorstellungs-Runde…

Überfordert nicht das Ehrenamt! („Da sind Menschen, die für eine Sache brennen – helft, dass sie nicht ausbrennen!“) Wer begleitet die Menschen, die sich engagieren – und wer findet neue Charismen und bietet ihnen welche Aufgaben an: Fragen rund um das ehrenamtliche Engagement in den Pfarreien der Zukunft bildeten einen Schwerpunkt des Resonanz-Treffens mit Bischof Stephan in Simmern am 1. Juni. Der Bischof selbst hofft, dass die Pfarrei der Zukunft auch neue Ehrenamtliche anziehen wird – und rät zu Realismus: Es kann aber auch passieren, dass eine Aufgabe zu Ende kommt, weil niemand sie tun kann oder will.

Rote Fäden: Inhalt wichtiger als Struktur

Aus dem Abstand einiger Tage wird klarer, dass die Veranstaltung in Simmern noch zwei weitere rote Fäden hatte: Einerseits betonten Bischof Stephan wie etwa auch Dechant Clemens Grünebach, dass es eigentlich nicht um Strukturfragen zu gehen hat. Wichtig sei der Synode und ihnen selbst, wie Christsein auch in der heutigen Gesellschaft gelebt und weitergegeben werden kann – und dass die Struktur-Fragen wichtig, aber eigentlich doch sehr relativ sind.

Bischof Stephan gab so etwas ab wie eine Selbstverpflichtungs-Erklärung: Er werde sehr genau darauf achten, dass andere Themen der Synode nicht verschwinden hinter den Strukturfragen: Dass wir diakonisch Kirche sein wollen; dass wir die Katechese ganz neu aufstellen wollen – und dass wir synodal Kirche sein wollen.

Auch Inhalte brauchen natürlich Strukturen, um „in Form“ zu bleiben. Und natürlich gab es Kritik an Teilen der konkret vorgeschlagenen neuen Raumstruktur der geplanten Pfarreien der Zukunft. Besonders aus der Pfarrei der Zukunft „Oberwesel“ gab es Hinweise – und auch aus der Pfarreiengemeinschaft Rupertsberg. Dort sei gerade ein guter Prozess im Gange, dass die Gemeinden zusammenwachsen – das solle doch bitte nicht gestoppt und die Pfarreiengemeinschaft zwei verschiedenen Pfarreien der Zukunft zugeteilt werden.

… und: „Pfarrei“ unterscheiden von „kirchlicher Ort“ und „Gemeinde“

Hilfreich sollte ein zweiter roter Faden des Abends sein: Deutlicher zu unterscheiden zwischen der Pfarrei (eben vor allem als Struktur-, Verwaltungs- und Service-Einheit) und dem, was seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts „Gemeinde“ oder „Pfarrgemeinde“ genannt wurde. Heimat finden die Christenmenschen in solchen Gruppierungen oder eben „Gemeinden“, die schon immer in großer Zahl in den Pfarreien zu finden sind. Vielleicht muss nur noch klarer werden, dass diese Orte von Kirche oder Kirchorte (so nennt die Synode sie) auch weiterhin das Feld sein werden, in dem Ehrenamtliche und hauptamtlich Engagierte miteinander ihre eigene Mission und ihre Formen von Nächstenliebe leben und weiter entwickeln und gottesdienstlich feiern; das könnte die Befürchtungen mildern, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen könnten sich in den „großen Räumen“ verloren vorkommen.

Kooperation und Vernetzung: zwei Beispiele

Gute Beispiele für neue Kooperations- oder Vernetzungs-Formen brachten zwei Projekte aus der Region Hunsrück ein: In der Jugendkirche „Crossport to Heaven“ auf dem Flughafen Hahn: Jugendliche lassen dort ihre eigene Form von Gottesdienst und Glaubensgespräch und gesellschaftlichem Engagement auch heute schon über Pfarreien-Grenzen hinweg wachsen. Und im „willkommensnetz“ im Rhein-Hunsrück-Kreis zeigt sich, wie Menschen und Einrichtungen sich in größeren Räumen leichter als in der kleinteiligen Pfarrei zu einem gesellschaftlichen Thema zusammenfinden und effektiv für andere Menschen arbeiten können.

Alles sehr spannend – und da war es kein Wunder, dass der Abend eine halbe Stunde länger dauerte als eigentlich geplant!


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Entdecken (helfen), wo kirchliches Leben lebt…

Skizze zu den Aufgaben der zehn „Erkundungs-Teams“
in den vorgeschlagenen Pfarreien der Zukunft

Gesucht werden dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pastoral, aus Verbänden, Generalvikariat und aus dem Bereich Caritas. Sie sollen ab September dieses Jahres in den ca. 35 Pfarreien der Zukunft auf Erkundungsreise gehen – in zehn multiprofessionellen Dreier-Teams, jeweils zusammen mit entsprechenden Gruppen und interessierten Menschen vor Ort.

Trauben-Träger aus böhmischer Krippe

Kundschafter haben Schätze entdeckt – eine böhmische Krippe stellt sie als Trauben-Träger dar

Erkunden sollen sie die sozialen und kulturellen und religiösen Situationen der jeweiligen Pfarrei der Zukunft; sie sollen herausfinden und bewusst machen, wie dort kirchliches Leben bereits gelebt wird und welche Unterstützungs-Formen es weiterhin braucht.

Besonders interessant wird es sein, die Chancen für neue Formen und Orte des Christseins zu entdecken; das kann helfen, dass die sich dann auch entfalten können. Dabei wird es immer auch darum gehen, den Blick zu weiten – für manche ist es ja eine Neuigkeit, dass auch Kitas und Kliniken, „Tafeln“ und Jugendtreffs „Kirchorte“ im Sinne des Abschlussdokuments der Synode sind.

Ausgeschrieben sind die 25%-Stellen im kirchlichen Amtsblatt und beim Diözesan-Caritasverband; Personal-Auswahl, Zusammenstellung und Training der Teams sollen im Juni beginnen – und starten soll ihre Arbeit im September.
Hier finden Sie die Ausschreibung im KA – und hier eine Skizze der Erkundungsphase von Dr. Gundo Lames (Steuerungsgruppe)


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Brauchen wir eine interessante Kirche –

oder eine Kirche, die sich interessiert …?

… war eine von vielen Fragen, die sich in der Synodenwerkstatt am 1. Mai in den Gesprächen zum Perspektivwechsel „Vom Einzelnen her denken“ auftaten. Das Fazit war: Es geht weniger um interessante Angebote, sondern vielmehr um die Erfahrung von „Ich werde gesehen.“ und „Ich werde angesprochen.“

Im Evangelium von der Heilung eines Blinden geht Jesus auf den Einzelnen zu und fragt ihn: Was soll ich dir tun? Auf den ersten Blick ist das eine seltsame Frage – es scheint doch klar zu sein, was Bartimäus von dem Wundertäter erwartet. Manche Menschen mit Behinderungen weisen allerdings darauf hin, dass sie ihre Einschränkungen durchaus als etwas empfinden, das zu ihnen gehört sie als Mensch ausmacht. Ein Gesprächsteilnehmer hat formuliert: „Ich würde gerne wieder tanzen können“. Vor diesen verschiedenen Aussagen erscheint die Frage Jesu umso wichtiger…

Andere fragten, wie das wohl gehen kann: In den neuen Pfarreien der Zukunft, mit größeren Entfernungen den Einzelnen im Blick zu behalten?

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Wortwolke – im Workshop ergänzt… „Vom Einzelnen her denken“…

In kurzen Bibelgesprächen, in der Ergänzung einer Wortwolke, in einer Collage aus Gedanken und Bildern zum Thema „Leben in Fülle“ oder in einem Würfelspiel wurde deutlich: Es ist sehr wichtig, dass Menschen einer Kirche begegnen, die fragt, zuhört, sich interessiert und zugewandt ist, die sich mit den Menschen solidarisiert. Dies ist diakonisch, und Kirche wird in ihrer Botschaft glaubhaft.
So lässt sich auch im übertragenen Sinne fragen: Wer ist denn blind, wer „hat Tomaten auf den Augen“? Der Perspektivwechsel ist eine Herausforderung für jede und jeden; er steht eng im Zusammenhang mit Netzwerk-Arbeit, Charismen-Orientierung und dem synodalen Prinzip.

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Collage mit „Dickhäuter auf Zeit“ (das Foto stammt aus einem Museum in Neuseeland)

Ein Beitrag auf der Collage fasst es mit diesem Bild zusammen: Es braucht Menschen und Orte, wo man sich wohlfühlen kann, wenn man sich klein und verloren fühlt. Eben „Dickhäuter auf Zeit“!

25 Menschen, die sich nicht alle kannten, haben anderthalb Stunden mit vielen Gesprächen, Anregungen, „aha-Momenten“ und Begegnungen verbracht und haben in der Beschäftigung mit den Einzelnen Gemeinschaft erlebt.

Birgitta Bauer und Rita Schneider-Zuche (beide Caritasverband für die Diözese Trier e.V.)


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„Ich muss es Ihnen jetzt mal direkt sagen“

Resonanz-Telefon des Bistums: viel Kritik und einige Vorschläge

„Jetzt sollen alle Kirchen zugemacht werden!?“ „Ich fahre doch nicht in die atheistische Stadt … – da gehen die Leute nicht in die Kirche wie hier bei uns; und außerdem findet man, wenn man da hin fährt, keinen Parkplatz bei der Kirche.“ Aber auch: „Ich verstehe gar nicht, warum sich so viele aufregen – ich bin immer schon kilometerweit zum Gottesdienst gelaufen; und heute stehen in der Eifel zwei Autos vor jedem Haus… Und für die anderen Probleme hilft nur noch beten. Gott segne das Bistum Trier.“ (Originalton einer über 90jährigen Frau am Telefon)

Viele Anruferinnen und Anrufer, die allermeisten über 60 Jahre alt, beklagten am Resonanztelefon des Bistums zum Entwurf „35 Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier“, dass gerade die älteren Menschen vom kirchlichen Leben ausgeschlossen würden, wenn nur noch im künftigen Pfarrort Gottesdienst gefeiert wird.

Oft ist es am Resonanztelefon gelungen, solche Befürchtungen auszuräumen. Die Pfarreien der Zukunft sollen ja die Seelsorge und die Gottesdienste und überhaupt das kirchliche Leben vor Ort unterstützen und beflügeln – jedenfalls überall da, wo „die Leute“ vor Ort kirchlich leben. Zu diesem Zweck sollen sie auch viele Pfarrer von „Verwaltungs“- Aufgaben befreien und ihnen wieder mehr Zeit für ihren Haupt-Auftrag verschaffen: Menschen im Glauben zu begleiten und zu unterstützen. Dazu soll auch beitragen, dass die Leitung der Pfarrei der Zukunft einem Leitungsteam übertragen wird, in das der Pfarrer und seine priesterlichen Aufgaben eingebunden sind. Am Telefon hat sich gezeigt, dass das wohl noch besser vermittelt werden könnte: Die „Pfarreien der Zukunft“ sollen etwas ganz anderes sein als alles, was wir bisher unter dem Begriff „Pfarrei“ verstehen; und: Kirchliches Leben wird es da weiterhin geben, wo es gelebt wird.

Unzufrieden zeigten sich manche Anruferinnen und Anrufer mit einigen der geplanten neuen Räume und ihren jeweiligen Grenzen. Das bezog sich gelegentlich auf ein Dorf oder einen Stadtteil, „der doch eigentlich zu XX gehört“; manche gehen davon aus, dass ein anderer Ort besser als „Pfarrort“ geeignet wäre als der bisher vorgeschlagene. Zu diesem Thema wurden am Telefon wie zuvor auch schon in der Presse Veränderungs-Wünsche und konkrete -Vorschläge angekündigt.

Häufig konnten wir am Resonanz-Telefon nur darauf hinweisen, dass manche Fragen weltkirchlich beraten oder gelöst werden müssten; manche meinten ja, man müsse nur den Pflicht-Zölibat abschaffen, auch Frauen weihen oder erst mal Bistümer zusammenlegen – und schon wären viele Probleme gelöst.

Dankbar waren die meisten, dass es überhaupt eine Möglichkeit gebe, Kritik und Veränderungswünsche vorzubringen – mit der Sicherheit, dass die Gesprächspartnerinnen sie auch weitergeben und in die weiteren Beratungen einbringen.

Die Protokolle der gut hundert Telefonate (von zwei Minuten bis zu einigen Dreiviertelstunden Dauer) gehen – wie alle anderen Reaktionen und Rückmeldungen – an das Synodenbüro und die TeilProzessGruppe „Raumgliederung“; sie werden bei der weiteren Beratung und Planung gesichtet und sollen gegebenenfalls in den zweiten Entwurf eingebaut werden. Eine vorläufige Zwischenauswertung wird voraussichtlich Ende April vorliegen.


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Bedenken / Befürchtungen / Positives

Zwei Interviews im Saarländischen Rundfunk (SR2 Kulturradio) bzw SR Fernsehen Südwest sollen doch noch mal erinnert werden:

  1. Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg nimmt im „aktuellen bericht“ die Bedenken und Befürchtungen durchaus ernst, die schon in der ersten Woche nach Vorstellung des Raumgliederungs-Entwurfs laut wurden (oder auch leise blieben) – weist aber auch auf Positives hin, das zu sehen ist und das auch gelobt worden sei. Den „a.b.“ gibt es in der SR-Mediathek hier – ein zuvor ausgestrahlter Filmbeitrag aus der Pfarreiengemeinschaft Wadgassen beginnt bei ca. 3’30“
  2. Pfarrer und Dechant Benedikt Welter (Saarbrücken) konnte in einem längeren Interview am 1. April in SR2 Kulturradio über seine Erwartungen mit der Pfarrei der Zukunft Saarbrücken berichten – der voraussichtlich größten der 35 Pfarreien des Bistums. Online hier zu hören.

Beide weisen auch darauf hin, dass der Begriff „Pfarrei der Zukunft“ missverständlich ist: Auch weiterhin wird es viele Orte kirchlichen Lebens in jeder dieser Pfarreien geben – vielleicht mehr als die jetzt nur 850 bisherigen Pfarreien.