heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Die Zukunft des Ehrenamts

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Ehrenamt ist mühselig. Nach der Arbeit geht es zu Vorstandssitzungen, am Samstagmorgen zu Arbeitseinsätzen, bei Wind und Wetter Waffeln verkaufen und dann hat man vielleicht auch noch Ärger mit dem Zweiten Kassierer und überhaupt engagieren sich doch immer nur die gleichen.

Auf der anderen Seite: Da gibt es strahlende Gesichter bei den Teilnehmern, die sich über eine gelungene Organisation eines Benefizlaufes freuen. Da gibt es Dankbarkeit bei der Übergabe von gesammelten Spenden. Bei der anstrengenden und mitunter lauten Vorstandssitzung gibt es ein versöhnliches Bier an der Theke.

Nicht nur Ehrenamtliche in Sportvereinen, Elternausschüssen oder in anderen sozialen Bereichen fragen sich manchmal: Wozu das alles? Eigentlich hat man doch mit sich und seinem eigenen Leben schon genug zu tun. Gerade fragen sich auch viele Engagierte im Bistum Trier: Lohnt es sich weiter zu machen? In einer neuen Struktur, in der noch vieles unbekannt ist und die neuen Räume so groß sind. Ist es da nicht an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen?

Nein! Sagen zum Glück Ehrenamtliche im Bistum Trier und sie sind dabei ein gutes Vorbild.

„…man kann sich nochmal ganz neu sortieren und irgendwie in dem aussteigen, was einem nicht so viel Spaß macht und sich mehr engagieren, bei den Sachen, die einem mehr Freude machen.

Steffi Zimmermann, Ehrenamtliche

Steffi Zimmermann aus Gappenach ist im Pfarrgemeinderat, in der kfd aktiv und sie macht „ein bisschen Jugendarbeit“, sagt sie. Sie hat sich Gedanken über die geplante Pfarrei der Zukunft Ochtendung gemacht: „Ich habe mir schon überlegt, dass das eigentlich nichts Negatives ist, eher etwas Positives, man kann sich nochmal ganz neu sortieren und irgendwie in dem aussteigen, was einem nicht so viel Spaß macht und sich mehr engagieren, bei den Sachen, die einem mehr Freude machen. Man kann sich irgendwie noch einmal neu aufstellen.“ Steffi Zimmermann sieht auch die Möglichkeit mal ganz neue Menschen kennenzulernen. Diese Chance bietet die derzeitige Umbruchsituation. In welchen Gremien oder Gruppen sie sich weiterhin engagieren will, muss sie sich erst noch überlegen. „Da muss ich einfach mal gucken, wie das anläuft und wie es sich entwickelt.“ Aber weitermachen will sie auf jeden Fall. Ihr Tipp für die Zweifler lautet, sich dort zu engagieren, wo es einem wichtig ist.

Michael Wilbert ist 24 Jahre alt. Er organisiert Ferienfreizeiten, war Firmkatechet und ist im katholischen Sportverband djk. Eine konkrete Aufgabe in der Pfarrei der Zukunft hat er noch nicht ins Auge gefasst. „Wobei es mir eigentlich am meisten darum geht, einfach aktiv zu sein, mitzuhelfen, die Sachen die ich jetzt mache auch weiterhin anzupacken und dann mal zu gucken, dass man die Menschen, die jetzt zusammenkommen, dass das zusammenwächst und dass man das zum Zusammenwachsen bringen kann“.

Ehrenamtstag zeigt Charismen und bietet Vernetzung

Beim Ehrenamtstag des Dekanats Maifeld-Untermosel trafen sich Ehrenamtliche der Kirchengemeinden, Hauptamtliche und kommunale Unterstützer. Fast 200 Leute sind der Einladung in das Kloster Kühr in Niederfell gefolgt – auch um zu erfahren, wie sie sich in der Pfarrei der Zukunft Ochtendung einbringen können. Hier habe ich auch Steffi Zimmermann und Michael Wilbert getroffen und auch Dechant Jörg Schuh, der das Dekanat noch bis zum 31. Dezember leitet. Er sieht der Zukunft positiv entgegen: „Wir haben Platz für jeden. Jeder, der sich engagieren kann, wird das auch auf Zukunft tun können. Wir versuchen mit diesem Projekt Pfarrei der Zukunft noch näher an die Menschen heranzukommen.“ Im Bistum Trier engagieren sich 80.000 Frauen und Männer für das kirchliche Gemeindeleben. Ein Ziel der Synodenumsetzung ist, dass ehrenamtliche Gruppen in der neuen Pfarrei die Fahrtrichtung mitbestimmen. Dies kann in „Orten von Kirche“, in Ausschüssen, in der Synodalversammlung, im „Rat der Pfarrei“ oder im Leitungsteam geschehen. Die Räte, wie es sie die letzten 50 Jahre in den Kirchengemeinden und Pfarrgemeinden gab, wird es allerdings in dieser Form nicht mehr geben. Es sei wichtig, deren Arbeit der vergangenen Jahrzehnte zu würdigen und wertzuschätzen, betont Dechant Schuh. Aber ein Umbruch muss kein Abbruch sein, sagt er.

Wir haben Platz für jeden. Jeder, der sich engagieren kann, wird das auch auf Zukunft tun können. Wir versuchen mit diesem Projekt Pfarrei der Zukunft noch näher an die Menschen heranzukommen.

Dechant Jörg Schuh

Eine Vielfalt von unterschiedlichen Gruppen gibt es schon jetzt in der Gemeinde, und dies wird sich sicherlich noch verstärken: „Es gibt kleine Gemeinschaften, die sagen ‚Wir wollen Kirche sein. Wir wollen Kirche leben und da kann ich dazugehören‘. Und das ist ein Angebot, wo ich glaube, dass jeder seinen Ort auch da finden wird.“ Und das Ehrenamt und Kirche zusammengehören ist für den Dechant ganz klar: „Kirche ohne Menschen, die Christsein wollen – also das wäre nichts.“ Ehrenamtliche tragen Kirche seit Jahrhunderten und werden das auch weiterhin tun.

Der Weg in die Pfarrei der Zukunft kann nur mit routinierten ehrenamtlichen Kräften und mit neuen, engagierten Männern, Frauen und Jugendlichen erfolgreich sein. Wenn jeder nur noch seinen Dienst nach Vorschrift machen würde und nur noch nach seinem eigenen kleinen Kreis schauen würde, sähe unsere Welt viel ärmer aus.

In diesem Sinne werde ich mich jetzt meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Pressewartin in unserem örtlichen Sportverein widmen. Nächste Woche steht nämlich ein „Helferessen“ auf der Terminliste. Hier danken wir allen Helferinnen und Helfer, die unseren Sportverein unterstützen.

Von Julia Fröder, Redakteurin der Bischöflichen Pressestelle in Koblenz.

 

Podcast „Kreuz & Quer“ vom 2. November 2019

Zum Anhören:

Podcasts des Bistums aus den letzten Wochen zum Nachhören: www.bistum-trier.de/home/kreuz-quer-alle-podcasts

 

Hinweis: Der Podcast ist vor der Aussetzung des Umsetzungsgesetzes durch die Römische Kleruskongregation am 21. November 2019 entstanden und gesendet worden. Aktuelle Entwicklungen unter: www.bistum-trier.de/herausgerufen

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