heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Mit erhobenem Haupt

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Christi Liebe „erlaubt uns, das Haupt zu erheben und neu zu beginnen. Fliehen wir nicht vor der Auferstehung Jesu, geben wir uns niemals geschlagen, was auch immer geschehen mag. Nicht soll stärker sein als sein Leben, das uns vorantreibt!“ (Nr. 13)

Dazu schreibt Bischof Stephan Ackermann:

„Da verließen die Frauen das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.“ Mit diesen irritierenden Sätzen endete ursprünglich das Markusevangelium, bevor man einen mutiger klingenden Schluss anfügte (16,9-20). Bezieht sich Papst Franziskus auf diese Sätze, wenn er uns ermahnt: „Fliehen wir nicht vor der Auferstehung Jesu“?

Die Frauen im Evangelium hatten keine Angst, zum Grab zu gehen. Sie fliehen nicht einmal vor dem leeren Grab. Sie betreten es sogar, um es zu inspizieren. Was sie aber bis ins Innerste erschreckt und in die Flucht schlägt, ist die Botschaft des Engels, dass Jesus nicht tot ist, sondern lebt und seinen Jüngern nach Galiläa vorangeht.

Verständlich, dass die Auferstehung nicht unmittelbaren Jubel auslöst, denn sie ist das, womit am wenigsten zu rechnen war. Sie stellt alle menschlichen Gewissheiten auf den Kopf. Zu diesen „todsicheren“ Gewissheiten gehört vor allem der Tod selbst. Die Auferstehung, richtiger: der Auferstandene beunruhigt, weil er unsere menschlichen Vorstellungen durchkreuzt und Wege geht, an die vorher keiner gedacht hat.

Für Papst Franziskus ist das, was die Frauen am Ostermorgen erlebt haben, nicht abgeschlossen. Die Auferstehung geht weiter, ereignet sich in gewisser Weise immer wieder neu. Denn Jesus lebt, und er lebt dieses neue Leben nicht für sich allein, sondern er teilt es mit uns. Es ist die Energie seines österlichen Lebens, die uns Christen im Tiefsten vorantreibt. Davon ist der Papst fest überzeugt. Daher auch der eindringliche Appell, mit dem der Papst seinen Brief an uns Katholiken in Deutschland beschließt: Nichts in unserem Leben soll stärker sein als das Leben Jesu, das uns vorantreibt!

Nichts soll stärker sein: Nicht die eigene Lebensenergie, die wir in unseren stärksten Momenten empfinden, nicht die vielen Kräfte, die von außen auf uns einwirken, nicht die Situationen und Erlebnisse, die uns unsere Kräfte rauben, nicht die Enttäuschungen und Dunkelheiten, die uns mutlos machen … All das – so machtvoll oder bedrängend es auch sein mag – ist nicht stärker als die österliche Kraft Jesu!

Wessen Lebensgefühl sich aus dieser Überzeugung speist, der kann mit erhobenem Haupt durchs Leben gehen, ohne dabei eingebildet, selbstgefällig oder überheblich zu sein.

Hinweis: Im Juni 2019 hatte Papst Franziskus sich in einem Brief an „das pilgerne Volk Gottes in Deutschland“ gewandt. Unser Bischof Stephan findet, dass der Brief auch viele spirituelle Anregungen für unseren diözesanen Weg der Synodenumsetzung und unser Vorhaben, das synodale Prinzip bistumsweit zu leben, enthält. Deshalb wird er in zehn Wochen jeweils kurze Impulse zu zehn Kernaussagen aus dem Papst-Brief geben. Sie sind im Paulinus zu lesen und hier bei uns zu finden. Alle bisherigen Folgen auf einen Blick: http://www.kuerzer.de/papstbrief

Diese Folge ist die zehnte und damit letzte Folge der Serie.

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