heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Im Spiegel der Seligpreisungen

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Vergessen wir nicht: „In den Seligpreisungen zeigt der Herr uns den Weg. Wenn wir den Weg der Seligpreisungen gehen, können wir zum wahrsten menschlichen und göttlichen Glück gelangen. Die Seligpreisungen sind der Spiegel, der uns mit einem Blick darauf kundtut, ob wir auf einem richtigen Weg gehen: Dieser Spiegel lügt nicht“! (Brief von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“, Nr. 12)

Dazu schreibt Bischof Stephan Ackermann:

Die Seligpreisungen (Mt 5,3-12/ Lk 6,20-23) gehören für Papst Franziskus zu den Lieblingstexten des Evangeliums. Immer wieder bezieht er sich auf sie. Er hat sie schon einmal als den „Personalausweis des Christen“ bezeichnet (GE 63). Mit den Seligpreisungen könne man lernen, ein guter Christ zu werden, indem jeder Getaufte auf seine Weise das tut, was Jesus in den Seligpreisungen sagt.

In seinem Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland bezeichnet der Papst die Seligpreisungen als Spiegel und zitiert damit das, was er auch den Katholiken in Italien bei ihrem Nationalkongress 2015 ans Herz gelegt hat. Das Besondere dieses Christen-Spiegels ist, dass wir uns in ihm nicht einfach selbst spiegeln. Das wäre zu wenig. Die Spiegelfläche der Seligpreisungen ist das Antlitz Jesu. Im Blick auf ihn können wir erkennen, ob wir nur Christen heißen oder es wirklich sind. Denn Jesus hat die Seligpreisungen nicht nur über seine Jünger ausgerufen. Er selbst hat ganz nach ihnen gelebt, indem er, der göttliche Sohn, arm wurde aus Liebe zu uns, indem er getrauert hat über die Verstocktheit seiner Zeitgenossen, indem er darauf verzichtet hat, seine Botschaft mit Gewalt durchzusetzen, indem er über alle Gesetzestreue Gottes Barmherzigkeit gestellt hat … Deshalb sind die Seligpreisungen das Navigationssystem, das den Christen hilft, die Spur zu halten.

Gehören also die Seligpreisungen für Papst Franziskus zum innersten Kern des Evangeliums und des Christseins, so bieten sie für ihn zugleich die Brücke zu Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen: Wer sich nämlich an den Seligpreisungen ausrichtet und mitbaut an einer Welt der Gerechtigkeit, der Solidarität, des Friedens und der Liebe, der findet nicht nur als gläubiger Christ sein wahres Glück, sondern als Mensch überhaupt. Die Seligpreisungen waren zum Beispiel auch ein Lieblingstext von Mahatma Gandhi. Für Papst Franziskus ist das ein Beweis dafür, dass Christsein und Menschsein, Glaube und Humanität nicht gegeneinanderstehen, sondern sich in der Botschaft Jesu Christi verbinden.

Die Seligpreisungen sind also Gewissenserforschung, Kompass und Verheißung in einem. Es lohnt sich, sich ihnen immer wieder neu auszusetzen.

 

Hinweis: Im Juni hatte Papst Franziskus sich in einem Brief an „das pilgerne Volk Gottes in Deutschland“ gewandt. Unser Bischof Stephan findet, dass der Brief auch viele spirituelle Anregungen für unseren diözesanen Weg der Synodenumsetzung und unser Vorhaben, das synodale Prinzip bistumsweit zu leben, enthält. Deshalb wird er in zehn Wochen jeweils kurze Impulse zu zehn Kernaussagen aus dem Papst-Brief geben. Sie sind im Paulinus zu lesen und hier bei uns zu finden. Alle bisherigen Folgen auf einen Blick: http://www.kuerzer.de/papstbrief

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