heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Was Christus der Kirche schenkt – und was wir tun müssen

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Die Wachsamkeit und die Bekehrung sind Gaben, die nur der Herr uns schenken kann. Uns muss es genügen, durch Gebet und Fasten um seine Gnade zu bitten. (Brief von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“, Nr. 12)

Dazu schreibt Bischof Stephan Ackermann:

Damit synodale Prozesse in der Kirche gelingen, gibt es nach der Überzeugung des Papstes zwei Bedingungen. Sie heißen: Wachsamkeit und Bekehrung. Wer wach ist, ist aufgeschlossen für die Personen und Dinge, die ihn umgeben. Wachsamkeit ist das Gegenteil einer Selbstverschlossenheit, die glaubt, bereits alle Erkenntnis zu besitzen. Hier berührt sich Wachsamkeit mit dem, was christlich Bekehrung meint: Einen grundlegenden Perspektivwechsel zu vollziehen, der dazu führt, dass ich statt von mir auszugehen, bewusst von Gott und vom anderen Menschen her denke.

Interessanterweise spricht Franziskus nicht nur von der „Bereitschaft“ zur Bekehrung, sondern von der Bekehrung selbst. Mit anderen Worten: Für ihn gibt es in der Kirche keinen wirklich gemeinsamen Weg, ohne dass sich bei jedem einzelnen in irgendeiner Weise eine Bekehrung ereignet. Vorsichtiger ausgedrückt könnte man vielleicht sagen, dass in jedem wirklichen synodalen Geschehen jeder Teilnehmer Wichtiges dazulernt.

Wachsamkeit und Bekehrung sind für den Papst aber nicht einfach das Ergebnis eines guten Willens und menschlicher Anstrengung. Für den Papst sind sie Gnadengaben, die Gott schenkt. Am Menschen ist es, um diese Gaben zu bitten. Die Mittel dazu sind Gebet und Fasten:

Wer betet, öffnet sich dem Wirken Gottes und zeigt, dass er bereit ist, sich dem Größeren zu öffnen. Denn so sehr Jesus dazu auffordert, Gott, dem Vater konkrete Anliegen vorzutragen und darin nicht nachzulassen (Lk 18,1-7/ Mk 11,24), so sehr heißt die grundlegende Bitte vor und hinter der Klammer all unserer konkreten Bitten: „Vater, dein Wille geschehe!“ (Mt 6,9-13/ 26,42) Wer mit Jesus diese Bitte spricht, bekennt, dass Gott einen größeren Überblick hat als wir.

In einem Atemzug mit dem Beten nennt der Papst auch das Fasten. Das mag für uns Heutige außerhalb der traditionellen Fastenzeit ungewöhnlich klingen, ist es aber für die spirituelle Tradition der Kirche nicht. Denn Fasten, in welcher Form auch immer, bedeutet: Ich bin bereit, meine alltäglichen Gewohnheiten zu unterbrechen. Ich gehe nicht zur Tagesordnung über. Ich bin bereit, mich nicht nur abstrakt gedanklich und nebenher mit einem Thema zu beschäftigen, sondern mich ganzheitlich als Person zu engagieren. Gebet und Fasten sind Ausdruck meiner Ernsthaftigkeit. Gott wird sie nicht übersehen.

 

Hinweis: Im Juni hatte Papst Franziskus sich in einem Brief an „das pilgerne Volk Gottes in Deutschland“ gewandt. Unser Bischof Stephan findet, dass der Brief auch viele spirituelle Anregungen für unseren diözesanen Weg der Synodenumsetzung und unser Vorhaben, das synodale Prinzip bistumsweit zu leben, enthält. Deshalb wird er in zehn Wochen jeweils kurze Impulse zu zehn Kernaussagen aus dem Papst-Brief geben. Sie sind im Paulinus zu lesen und hier bei uns zu finden. Alle bisherigen Folgen auf einen Blick: http://www.kuerzer.de/papstbrief

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