heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Kirche, die voranschreitet

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Das Leben und Fühlen mit der ganzen Kirche bedeutet nicht, nicht zu gehen, nicht voranzuschreiten, nichts zu ändern und vielleicht nicht einmal zu debattieren und zu widersprechen, sondern es ist einfach die Folge des Wissens, dass wir wesentlich Teil eines größeren Leibes sind, der uns beansprucht, der auf uns wartet und uns braucht, und den auch wir beanspruchen, erwarten und brauchen. (Brief von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“, Nr. 9)

Dazu schreibt Bischof Stephan:

Von Paulus stammt das Bild von dem Leib mit den vielen Gliedern, von denen jedes einzelne wichtig ist, aber nur in Verbindung mit dem Gesamtorganismus seine Bedeutung hat und lebendig bleibt (1 Kor 12,12-27). Die Kirche ist keine uniforme Größe, sondern ein Organismus, in dem Einheit und Vielfalt miteinander verbunden sind. Davon zeugt schon die Pfingsterzählung (Apg 2,1-11).

Aber die Verbindung von Einheit und Vielfalt bleibt nicht ohne Spannungen. Sie muss immer wieder neu austariert werden, praktisch und theologisch. Bisher haben vor allem europäische Kultur und europäisches Denken die Kirche dominiert. Aber spätestens mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat hier eine Veränderung eingesetzt: Die Teilkirchen in Südamerika, in Afrika und Asien bringen heute mit Selbstbewusstsein ihre Anliegen und ihre Beiträge zum Ganzen der Kirche ein. Das ist gut so. Am deutlichsten wird das bei den regelmäßigen Bischofssynoden in Rom.

Natürlich laufen Beratungen und Entscheidungen langsamer, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Andererseits ist es durchaus nicht so, als ob die Themen, die beim synodalen Weg der Kirche in Deutschland beraten werden, woanders uninteressant wären! Das zeigen mir Gespräche mit Bischöfen aus anderen Teilen der Welt.

Für Papst Franziskus ist klar, dass die Weltkirche, die in und aus den Teilkirchen lebt, auf deren Beiträge angewiesen ist. Das meint er, wenn er schreibt, dass wir „Teil eines größeren Leibes sind, der uns beansprucht, der auf uns wartet und uns braucht, und den wir beanspruchen, erwarten und brauchen.“ Für den Papst ist der Hinweis auf die Verbindung mit der kirchlichen Gesamtgemeinschaft jedenfalls kein Totschlagargument für Diskussionen und für Veränderungen. Wie das aber mit dem „Voranschreiten“ genau geht, d. h. wie viel eigenen Spielraum zu denken und zu handeln bestimmte Regionen haben, das sagt der Papst nicht. Stiftet der Pontifex, der der oberste Brückenbauer sein soll, damit Verwirrung, wie seine Kritiker sagen, oder schlägt er mit seinen offenen Formulierungen Brücken in die Zukunft? Für die Antwort auf diese Frage tragen auch wir Verantwortung.

Hinweis: Im Juni hatte Papst Franziskus sich in einem Brief an „das pilgerne Volk Gottes in Deutschland“ gewandt. Unser Bischof Stephan findet, dass der Brief auch viele spirituelle Anregungen für unseren diözesanen Weg der Synodenumsetzung und unser Vorhaben, das synodale Prinzip bistumsweit zu leben, enthält. Deshalb wird er in zehn Wochen jeweils kurze Impulse zu zehn Kernaussagen aus dem Papst-Brief geben. Sie sind im Paulinus zu lesen und hier bei uns zu finden. Alle bisherigen Folgen auf einen Blick: http://www.kuerzer.de/papstbrief

 

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