heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Die eigentliche Sendung der Kirche

Hinterlasse einen Kommentar

Pastorale Bekehrung ruft uns in Erinnerung, dass die Evangelisierung unser Leitkriterium schlechthin sein muss, unter dem wir alle Schritte erkennen können, die wir als kirchliche Gemeinschaft in Gang zu setzen gerufen sind; Evangelisieren bildet die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche. (Brief von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland, Nr. 6)

Dazu schreibt Bischof Stephan Ackermann:

Im Blick auf den geplanten synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland wird nicht zuletzt von manchen Bischöfen die Kritik erhoben, dass das Anliegen der Evangelisierung viel stärker in den Vordergrund gerückt werden müsse. Papst Franziskus scheint den Kritikern recht zu geben, wenn er in Erinnerung ruft, dass „die Evangelisierung unser Leitkriterium schlechthin sein muss“. Und er setzt hinzu: „Evangelisieren bildet die eigentliche und wesentliche Sendung der Kirche.“

Was aber bedeutet eigentlich Evangelisierung? Im Grunde nichts anderes als das ständige Bemühen, mein Leben in allen seinen Bereichen und die Welt, in der ich lebe, vom Evangelium berühren zu lassen. Anders gesagt: Evangelisieren bedeutet, das Leben und die Welt für Jesus und seine verwandelnde Botschaft zu öffnen.

Die Evangelisierung beginnt aber nicht erst da, wo Predigten gehalten werden und Katechese betrieben wird, sondern viel früher: Auch daran erinnert Papst Franziskus immer wieder mit dem Hinweis auf seinen Vorgänger, den hl. Papst Paul VI., der in seiner berühmten Enzyklika über die Evangelisierung in der Welt von heute deutlich gemacht hat, dass Evangelisierung vor allem darin besteht, Zeugnis zu geben. Dies ist zuerst und vor allem ein stilles Zeugnis „ohne Worte“, das „Zeugnis des Lebens“, der inneren Haltungen und konkreter Taten (EN 21). Das macht Menschen neugierig und bringt sie zum Fragen. Als Antwort braucht es dann die ausdrückliche Verkündigung, „denn auch das schönste Zeugnis erweist sich auf die Dauer als unwirksam, wenn es nicht erklärt, begründet … und durch eine klare und eindeutige Verkündigung des Herrn Jesus Christus entfaltet wird“ (EN 22).

So wenig also Evangelisierung die Botschaft von Jesus, dem Christus, verschweigen darf, so wahr ist es auch, dass Evangelisierung real und wirksam schon dort beginnt, wo Christen aus dem Geist Jesu heraus eintreten für die Würde des Menschen, wo sie gegen Ungerechtigkeit aufstehen, wo sie sich mit anderen Menschen guten Willens für den Frieden einsetzen und für die Bewahrung der Schöpfung, wo sie kurz gesagt durch ihre Präsenz die versöhnende und heilende Kraft Gottes spürbar werden lassen.

 

Hinweis: Im Juni hatte Papst Franziskus sich in einem Brief an „das pilgerne Volk Gottes in Deutschland“ gewandt. Unser Bischof Stephan findet, dass der Brief auch viele spirituelle Anregungen für unseren diözesanen Weg der Synodenumsetzung und unser Vorhaben, das synodale Prinzip bistumsweit zu leben, enthält. Deshalb wird er in zehn Wochen jeweils kurze Impulse zu zehn Kernaussagen aus dem Papst-Brief geben. Sie sind im Paulinus zu lesen und hier bei uns zu finden. Alle bisherigen Folgen auf einen Blick: http://www.kuerzer.de/papstbrief

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s