heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Ein Zwischenruf

2 Kommentare

Ein „Zwischenruf“ von Dr. Herta Brinkmann (Linz) bei der Sitzung des Diözesan-Pastoralrates am 7. Juni 2019:

Ich frage mich, was ist von der Synode übrig geblieben?

Was ist in den Gemeinden angekommen?

Zum jetzigen Zeitpunkt scheint nur der Streit über die Strukturen vorherrschend zu sein und damit verbunden unendlich viele Fragen, die keiner beantworten kann, weder die Hauptamtlichen noch die Ehrenamtlichen.

Ratlosigkeit!

Die Ehrenamtlichen in der alten Pfarrei fühlen sich in die Bedeutungslosigkeit verstoßen und sitzen erstarrt wie der Hase vor der Schlange, „weil ja alles nur noch (in unserem Fall) von Neuwied bestimmt wird.“ Das mit den Orten von Kirche versteht man mittlerweile in etwa; aber man empfindet es auch als Bevormundung, dass der Rat der Pfarrei entscheidet, ob man einen Delegierten in die Synodalversammlung entsenden darf. Ja und dann auch: „Wie soll die denn überhaupt arbeitsfähig sein?“

Wenn ich versuche, das Neue der Struktur zu erklären und es damit zu begründen, dass diese Veränderungen zur Umsetzung der Inhalte der Synode notwendig sind und eigentlich für die Ehrenamtlichen mehr Freiheit bedeuten, bekomme ich zu hören: „Du redest dir das alles doch nur schön!“ Eigentlich sind die Frauen und Männer in unseren Räten sehr engagiert und couragiert, aber: „Wie soll das alles statt finden, wir haben doch dann kein Mandat mehr.“

Ich brauche kein Mandat durch Wahlen. Ich habe mein Mandat mit der Taufe bekommen!

Ich bin traurig darüber, dass von den Inhalten der Synode, um die wir Synodale drei Jahre lang gerungen haben, bisher so wenig in unseren Gemeinden angekommen ist. Warum sind die Arbeitsergebnisse der anderen Teilprozessgruppen noch immer verborgen?

Und überhaupt: Wo ist das Feuer der Synode geblieben, die Begeisterung, die in uns brannte? Ich habe da noch immer Menschen vor Augen – Benedikt Welter oder Schwester Scholastika, und so viele andere.

Mit der gleichen anerkennenswerten Intensität, mit der die Bistumsleitung die neuen Strukturen kommuniziert hat, muß es auch mit den Inhalten geschehen. Schicken Sie nicht nur Erkunder, schicken Sie Propheten zu den Menschen, die uns den gemeinsamen Weg führen.

Es war ergreifend, wie Sie, lieber Herr Bischof, jeden einzelnen Synodalen mit dem weißen Schal in die Gemeinschaft der Synode aufgenommen haben. Sinnbildlich müssen wir genau das mit jedem Menschen in unserem Bistum  tun, damit wir verstehen: Wenn wir vom Einzelnen her denken, muß jeder Einzelne da sein zum Sehen und Hören, und zum Handeln mit den eigenen Charismen.

Lassen wir die Synode nicht verloren sein.

Übermorgen ist Pfingsten.

Ich halte viel vom Heiligen Geist…

Aber es ist Zeit, auch selber zu handeln.

2 Kommentare zu “Ein Zwischenruf

  1. Die Obermessdiener berichten, dass es das war ab Ende des Jahres mit ihrem Dienst in der Pfarrei, mit dem Aufbau von Nachwuchs etc.
    Sehr traurig alles.
    Ich habe schon länger bzgl. Pfarrei aufgegeben.

  2. Sollte ich einen Schlüsselsatz aus Ihrem Text benennen, liebe Frau Dr. Brinkmann, so wäre es sicherlich der folgende:
    „Mit der gleichen anerkennenswerten Intensität, mit der die Bistumsleitung die neuen Strukturen kommuniziert hat, muss es auch mit den Inhalten geschehen.“
    Genau dies ist es, was ich seit Erstellung des Abschluss-Dokuments vermisse…eine offene Kommunikation der Inhalte und eine Auseinandersetzung mit diesen und zwar quer durch alle Ebenen, eine freundliche und stetige Ermunterung von oben nach unten – also ausgehend von der Bistumsleitung über das hauptamtliche Personal bis an die Basis -.
    Ich hätte mir gewünscht,
    -dass Menschen die Interesse an Prozessen bekundeten, auch ein Forum bekommen hätten, obwohl sie nicht Teil einer TPG wurden,
    – dass zur Resonanz nicht nur die Menschen geladen worden wären, die bereits vor Bildung der TPGs ihre Bereitschaft erklärt haben,
    – dass dem Esprit der Synode, den Sie so treffend beschreiben, zunächst Raum gegeben worden wäre.
    Stattdessen erleben wir meiner Wahrnehmung nach nun einen überhasteten Strukturprozess, der viele der uns Treuen verstört oder sogar in die Flucht treibt, obwohl es doch unserer Bestreben ist, gerade jeden Einzelnen wahrzunehmen mit seinen Anliegen und Charismen. Haltungsänderung muss m.E. zunächst geübt werden, dazu reicht es nicht, ein paar nur mit einem kleinen Stundenkontingent ausgestattete Erkunder*innen in die Fläche zu schicken, dazu bedarf es auch einer inspirierenden und freundlichen Aufforderung der Bistumsleitung an ihr hauptamtliches Personal und an uns, das Volk Gottes an der Basis. Hier hakte es m.E. so manches Mal.
    Hier also meine Bitte an sämtliche Verantwortungsträger: Begeistern Sie mich und alle anderen Christ*innen im Bistum Trier für das Neue…transportieren Sie die Möglichkeiten…veranschaulichen Sie die Freiheiten, die die neue Kirche von Trier uns bietet. Zeigen Sie uns, dass der Weg, den wir nun beginnen sollen, mehr ist als alter Wein in neuen Schläuchen.
    Und meine Bitte an alle engagierten Ehrenamtliche: Lebt euer Christ*innen-Sein, weniger im Groll über das, was Amtskirche gerade tut, sondern im Bewusstsein, in der Nachfolge Jesu unterwegs zu sein…er war zu seiner Zeit auch nicht „linientreu“, aber schaut, was er vollbrachte. Bleibt genau wie er neugierig auf die Menschen, teilt mit Ihnen sein Wort, Brot, Wein und vor allen Dingen ihre Anliegen und Sorgen.

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