heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

… in einem Boot

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Rendez-vous in Beilstein mit 150 „Passagieren“

Tholl spricht unter Deck zur Versammlung

Herbert Tholl: Was Erkundung soll – und was nicht

Die „Wappen von Cochem“ bleibt an diesem Abend zwar am Anleger; den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des „Rendez-vous im neuen Raum“ für die Pfarrei der Zukunft Cochem-Zell wird jedoch deutlich, dass ihre Kirche sich in Bewegung setzen muss. Das Erkunderteam hat zusammen mit dem Dekanatsbüro und dem Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. eingeladen. Es will über die Idee der Erkundung informieren und erste Kontakte herstellen. Das Schiff hat die Unternehmerfamilie Kolb großzügig zur Verfügung gestellt ; viele sehen es als Zeichen der Verbindung untereinander.

„Willkommen an Bord“, begrüßt Diakon Hermann Hower im Namen des Erkunderteams die Gäste, die man gerne als „Miterkunder“ gewinnen wolle. Der größte Teil der Anwesenden kommt aus dem ehrenamtlichen Engagement in den Pfarreien, dazu viele hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, nahezu zwanzig Erzieherinnen und Erzieher sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Caritasverband, angeführt von Direktor Frank Zenzen. Das Kloster Ebernach ist ebenso vertreten wie die evangelische Kirchengemeinde Cochem. Und selbst Verbandsbürgermeister Simon hat sich Zeit für das Rendez-vous genommen.

Was „Erkundung“ soll

In einer kurzen Präsentation erläutert Herbert Tholl vom Erkunderteam einige Grundlagen der Erkundung. Im Rahmen der Synodenumsetzung solle in der nächsten Zeit der Blick auf Themen gelenkt werden, die alle Menschen im Raum der Pfarrei der Zukunft verbinden – nicht nur die Katholiken, nicht nur die Christen, sondern alle Menschen, die hier leben, denn: „Wir sitzen alle in einem Boot“. Eine zentrale Frage der Erkundung heiße: Wie kann christliches Leben bei uns in der Zukunft aussehen? Und wie kann Kirche für die Menschen hilfreich sein? Alle seien eingeladen, gemeinsam zu „erkunden“, was Kirche vor Ort lebensfähig macht und welche Anliegen mit anderen Organisationen und Initiativen geteilt werden können. Die Erkundungsphase bis zum Herbst 2019 solle helfen, die Perspektivwechsel einzuüben, die von der Bistumssynode betont worden sind, vor allem: „Vom Einzelnen her denken“, „Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen“ und „Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern“. An vielen Orten gebe es bereits zahlreiche Initiativen, die in diesem Sinne arbeiten, so dass bei der Erkundung sowohl Vorhandenes hervorgehoben als auch Neues entdeckt werden könne.

Einige Gäste des Abends hatten gehofft, neue Informationen über das künftige Verwaltungszentrum der Pfarrei oder die künftige Leitung zu erhalten. Diese Fragen sind in der Erkundung allerdings bewusst ausgeklammert, um den Blick bevorzugt auf die inhaltlichen Möglichkeiten zu lenken, die es im Raum der neuen Pfarrei gibt. „Ich bin jetzt doch enttäuscht“, sagt eine Teilnehmerin, bleibt aber dann doch und lässt sich auf das weitere Programm ein.

Auf Einladung von Karin Terhorst und Johannes Eiswirth, ebenfalls im Erkundungsteam, lassen sich alle auf ein näheres Kennenlernen ein. Zunächst bilden die 150 Menschen eine lebende Landkarte nach ihrem Wohn- bzw. Arbeitsort. Bei weiteren Fragen wird durch Aufstellung im Raum sichtbar gemacht, wer aus ehrenamtlicher, hauptamtlicher oder anderer Beziehung zur Kirche hier ist, und mit welcher Grundstimmung man die gegenwärtige Entwicklung im Bistum Trier wahrnimmt. „Ich bin mir sicher, dass die Kirche von Trier auch in Zukunft existieren wird. Vielleicht in einer ganz anderen Form, aber da habe ich keine Sorge“, sagt eine Frau, die sich in ihrem Glauben gut eingebettet fühlt.

Neue Menschen kennenlernen und dadurch Perspektiven wechseln

Anschließend finden sich die „Passagiere“ in Gruppen zusammen – eher mit Personen, die sich nach Möglichkeit noch nicht gut kennen; im Gespräch mit „Fremden“ entstehen ja eher neue Ideen und Perspektiven als „unter uns“… An Tischen auf Deck machen die Kleingruppen sich anhand von Übersichtskarten des künftigen Pfarreigebietes miteinander bekannt und zeigen sich gegenseitig Orte, die für sie wichtig, und Orte, die ihnen fremd sind. Dabei werden erste Fragen aufgeschrieben, die für das Leben in der Pfarrei der Zukunft wichtig sein können.

Am Ende des Rendez-vous weisen die Erkunder/in auf vier Tafeln hin und laden eindort die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Erkundung anzuzeigen. Die Bandbreite reicht von „Ich mache mit und habe schon eine konkrete Idee“ bis „Ich bin noch unsicher, möchte aber weiter informiert werden“. Über 80 Personen werden sich schließlich auf einer der vier Tafeln eingetragen haben…

Nach einem Segensgebet kommt von einem Tisch spontaner Gesang. „Wo zwei oder drei …“; so schließt der Abend mit einem Kanon. Unterwegs vom Schiff auf’s „Festland“ äußern viele Teilnehmer ihre Neugier auf das, was kommt; einige sprechen von ihrer Skepsis und manche von Unmut. Das Erkundungs-Team fährt in spannungsvoller Erwartung nach Hause: jetzt fängt es erst richtig an.

Übrigens: ein Nachfolgetreffen für alle, die konkreter in die Erkundungsphase einsteigenmöchten, ist für Donnerstag, den 9. August angekündigt.

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