heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier


Ein Kommentar

Resonanz in der Wärmestube

Die Teilprozessgruppe „Diakonische Kirchenentwicklung“
bekam dezentral Resonanz zu ihrer bisherigen Arbeit

Weg von einer Kirche, die um sich selbst kreist, hin zu den Menschen mit ihren vielfältigen Bedürfnissen, zu den Menschen in Armut, Bedrängnis und Not. Die Synode „ermutigt“, wie es im Abschlussdokument heißt, „zu einem Prozess diakonischer Kirchenentwicklung – sie ermutigt, sich grundlegend neu auszurichten und in allen kirchlichen Vollzügen missionarisch-diakonisch in die Welt hinein zu wirken.“ („heraus gerufen“ ) „Dabei geht es nicht bloß darum, ein paar Stellschrauben nachzuziehen. Eine diakonische Kirchenentwicklung im Sinne der Synode fordert uns alle, die gesamte Kirche im Bistum Trier, völlig neu heraus“, unterstreicht Nicole Claire Heckmann vom Leitungsteam der Teilprozessgruppe (TPG) zum Thema. „Wir beschreiben den konzeptionellen Rahmen, damit eben jener grundlegende Lern-, Entwicklungs- und auch Umkehrprozess in den Pfarreien der Zukunft sich ereignen kann und auf diözesaner Ebene verankert ist, um die lokalen Strukturen zu unterstützen.“ (Hier der Auftrag der TPG)

Erste Zwischenstände hat die Teilprozessgruppe am 28. und 29. Mai in drei regionalen Resonanzveranstaltungen in Trier, Koblenz und Saarbrücken präsentiert und um Rückmeldungen gebeten. „Uns war es ein großes Anliegen, die Perspektiven unserer Resonanzpartnerinnen und -partner einzufangen und zu hören. Das schien uns in dezentralen Resonanzveranstaltungen besser möglich zu sein“, betont Regine Wald vom Leitungsteam. Resonanzpartnerinnen und -partner waren insgesamt ca. 90 ehren- und hauptamtliche Personen aus der verbandlichen Caritas, der Seelsorge, aus weiteren Verbänden, aus dem Bischöflichen Generalvikariat, aus anderen Teilprozessgruppen und aus Kommunen.

Wie wird dieser Prozess im Bistum angestoßen, wie wird er abgesichert und strukturell verankert? Wer leistet dazu welchen Beitrag? Und wie bleibt der Prozess für Weiterentwicklung offen? – Das waren zentralen Fragen der Veranstaltungen.

Ein geistlicher Prozess –
sich vom Evangelium und der Welt unterbrechen und herausfordern lassen

Tischgruppen in St. Augustinus in Trier

Am Anfang jeder Resonanzveranstaltung stand das Evangelium, ein spiritueller Impuls, der zugleich Einblick in die Arbeitsweise der Teilprozessgruppe gab. „Von Anfang an stand für uns fest: Wir möchten das Evangelium mitlaufen lassen“, sagt Nicole Claire Heckmann. „Diakonische Kirchenentwicklung heißt für uns, sich sowohl vom Evangelium als auch von der Welt gleichermaßen unterbrechen und herausfordern zu lassen.“ Auch die Resonanzpartnerinnen und -partner waren dazu eingeladen.

Große Linien – Zustimmung und Anfragen

Im Anschluss an diesen Impuls erbat die TPG zunächst Rückmeldung zu den großen Linien ihres Konzepts, bevor sie einen vertiefenden Einblick in insgesamt sechs thematische Eckpunkte gab: Sozialraumorientierung, Formen der Begegnung auf Augenhöhe, Lernformate, Dienste und Einrichtungen, neues Zusammenwirken von verbandlicher Caritas und Seelsorge, Steuerung von Ressourcen. „Es war eine große Überzeugung zu spüren, dass die diakonische Kirchenentwicklung richtungweisend für die Neuausrichtung der Kirche im Bistum Trier ist. Wir haben aber auch wichtige Anfragen und Impulse zur Weiterarbeit erhalten. Vor allem auf Begriffe werden wir noch einmal stärker schauen; und darauf, wie Aspekte der Ehrenamtlichkeit stärker zum Tragen kommen können. Sogar zu einem weiteren Kapitel sind wir ermutigt worden“, kommentiert Jessica Schneider vom Leitungsteam diese erste Phase der Rückmeldung. Auch dass die TPG stärker auf das schauen soll, was es bereits an vorhandenen guten „Wachstumsvoraussetzungen“ gibt, war ein wichtiges Anliegen der Resonanzpartnerinnen und -partner.

Insgesamt war zu spüren: Die Menschen, die um die Zukunft der Kirche in ihrem Bistum ringen, brennen für das Anliegen einer diakonischen Kirche. Allerdings war auch allen Anwesenden deutlich: Es braucht einen Perspektivwechsel, neue Haltungen und Kulturen, wenn sich die Kirche im Bistum Trier noch einmal neu auf ihren Auftrag besinnen und nah an der Seite der Menschen sein möchte. Dieser Prozess bedarf eines langen Atems; und gute Rahmenbedingungen dafür müssen geschaffen werden.  Das wurde als besondere „Knackpunkte“ im Veränderungsprozess beschrieben. „Es gilt, das Potenzial all jener wahrzunehmen, die in den vielen Orten unseres Bistums leben und sich engagieren möchten. Wir wollen in den Pfarreien der Zukunft dazu ermutigen, viele Kooperationen mit anderen Einrichtungen, Verbänden und den Kommunen einzugehen“, ergänzt Jessica Schneider.

Sozialraumorientierung als Chance in der Phase der „Musterunterbrechung“

„Die Ortskirche von Trier entwickelt sich zu einer diakonischen Kirche, die Menschen in Armut, Bedrängnis und Not wahrnimmt. Sie lässt sich von ihnen berühren, handelt mit ihnen solidarisch und lässt sich von ihnen evangelisieren.“ („heraus gerufen“ Anlage 1.1; mehr auf der Internetseite zur TPG) – Wie kann die im Synodenabschlussdokument beschriebene Hinwendung zu einer diakonisch-missionarischen Kirche gelingen? Diese Frage bewegt die Mitglieder der Teilprozessgruppe und die Resonanzpartnerinnen und -partner sehr. Vielleicht war die Wahl der „Wärmestube in Saarbrücken“ als Ort für die Resonanzveranstaltung in Saarbrücken ein kleiner Schritt in diese Richtung; die Wärmestube ist ein Aufenthaltsort für Wohnungslose und Menschen in besonderen sozialen Problemlagen.

Tischgruppe mit Papier und Stiften auf dem Tisch

Tischgruppen in Trier bei der Arbeit

Insgesamt sehr positive Rückmeldungen erhielt die Teilprozessgruppe zu dem, was sie zur Sozialraumorientierung als dem grundlegenden Konzept des künftigen Handelns im Bistum Trier formuliert. Viele sahen gerade im Ansatz der Sozialraumorientierung eine große Chance. Hier wurden erste „Bilder“ deutlich, wie das neue Arbeiten in den künftigen Pfarreien der Zukunft gehen kann und wie die Anbindung an die Erkundungsphase gelingen kann. Erste Maßnahmen schlug die TPG dazu vor, wie multiprofessionelle Teams oder Tandems die in der Erkundung entdeckten Themen aufgreifen und mit den Menschen vor Ort angehen können.

„Im Moment haben viele Menschen Angst vor dem, was mit den großen Räumen der neuen Pfarrei auf sie zukommt. Wir müssen uns intensiv der Frage stellen, wie wir als Kirche weiter den Menschen nah sein können. Das Konzept der Sozialraumorientierung ermöglicht uns, mit den Menschen vor Ort, ganz lokal in Kontakt zu treten und mit ihnen gemeinsam zu fragen: Was bewegt euch und was ermöglicht euch ein Leben in Würde?“, betont Nicole Claire Heckmann.

Praxis verändert sich durch Maßnahmen und Haltungen

Neben dem Grundpfeiler der Sozialraumorientierung gab die TPG Einblick in weitere Aspekte der Umsetzung des Synodenbeschlusses.  Dabei ging es z.B. um das neu zu gestaltende Miteinander von verbandlicher Caritas und organisierter Seelsorge und um neue Lernformate, die eine diakonische Kirchenentwicklung anregen und begleiten. In Kleingruppen wurde hierzu intensiv diskutiert.

Die Frage nach der künftigen Zusammenarbeit von verbandlicher Caritas und organisierter Seelsorge ließ sowohl Visionen als auch Skepsis sichtbar werden... In einem neuen Miteinander werden große Chancen für den Einzelnen im Sozialraum sichtbar. Allerdings muss genau darauf geschaut werden, was der jeweilige ‚Partner‘ zugunsten des Einzelnen im Sozialraum beitragen kann. Es kann nicht um eine Verdoppelung der Dinge gehen“, benennt Nicole Claire Heckmann einen wichtigen Resonanzpunkt.

Beim Thema Lernformate gab es Zustimmung vor allem zur Idee, viele unterschiedliche Lernformate zu entwickeln: für Einzelne, für Tandems, für Lernquartette; Teilnehmerinnen erwarteten neue Lernformate aber auch für Pfarrei und Kirche als (lernende) Organisation. Lernen wird dabei immer wechselseitig sein und Kooperation verlangen. „Es braucht Freiräume und Orte für die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen. Vielfältiges Ausprobieren und gemeinsames Evaluieren sollen auf dem Programm stehen, ebenso wie die Entwicklung einer Kultur der Fehlerfreundlichkeit.“ Rahmenbedingungen für die diakonische Kirchenentwicklung könnten und müssten zwar in Form eines planvollen Einsatzes personeller und institutioneller Ressourcen gesetzt werden; eine Haltung aber müsse sich entwickeln. „Die Spannung zwischen Verbindlichkeit und Freiwilligkeit, zwischen verordneter Kooperation und eigener Motivation dazu ist ein Knackpunkt im Veränderungsprozess“, erläutert Regine Wald.

Den Blick weiten, Wachstum unterstützen

Wie geht es mit den gewonnenen Erkenntnissen weiter? Die dezentralen Resonanzveranstaltungen seien ein wichtiger Prüfstein in der Entwicklung des Konzeptes gewesen, bilanziert das Leitungsteam. „Die Chance einer solchen Veranstaltung liegt in der Perspektiverweiterung. Wir haben viele konstruktive Rückmeldungen erhalten und werden diese nun nutzen, um den eigenen Blick zu überprüfen und zu schärfen.“ Ein Resonanzpartner beschrieb die diakonische Kirchenentwicklung im Bistum Trier als „ein Pflänzchen, das im Keim bereits lange angelegt ist und das es nun vielleicht endlich schafft, sich seinen Weg durch den Beton zu bahnen.“ In diesem Sinne ist es Aufgabe der Teilprozessgruppe, dem Pflänzchen „diakonische Kirche“ auf Basis der Resonanzen weitere Wachstumsunterstützung zu geben. Der Teilprozessgruppe ist es ein großes Anliegen, mit ihren Resonanzpartnerinnen und -partnern in einem Resonanzprozess zu bleiben; sie freut sich darauf, im Herbst dieses Jahres in einer zentralen und abschließenden Resonanzveranstaltung ihr weiter entwickeltes Konzept vorzustellen.

Dieser Bericht verdankt sich einem Interview mit dem Leitungsteam der TPG „Diakonische Kirchenentwicklung“, bestehend aus Nicole Claire Heckmann, Jessica Schneider und Regine Wald – von Carmen Schröder, Mitglied der AG Kommunikation.)


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… in einem Boot

Rendez-vous in Beilstein mit 150 „Passagieren“

Tholl spricht unter Deck zur Versammlung

Herbert Tholl: Was Erkundung soll – und was nicht

Die „Wappen von Cochem“ bleibt an diesem Abend zwar am Anleger; den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des „Rendez-vous im neuen Raum“ für die Pfarrei der Zukunft Cochem-Zell wird jedoch deutlich, dass ihre Kirche sich in Bewegung setzen muss. Das Erkunderteam hat zusammen mit dem Dekanatsbüro und dem Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. eingeladen. Es will über die Idee der Erkundung informieren und erste Kontakte herstellen. Das Schiff hat die Unternehmerfamilie Kolb großzügig zur Verfügung gestellt ; viele sehen es als Zeichen der Verbindung untereinander.

„Willkommen an Bord“, begrüßt Diakon Hermann Hower im Namen des Erkunderteams die Gäste, die man gerne als „Miterkunder“ gewinnen wolle. Der größte Teil der Anwesenden kommt aus dem ehrenamtlichen Engagement in den Pfarreien, dazu viele hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, nahezu zwanzig Erzieherinnen und Erzieher sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Caritasverband, angeführt von Direktor Frank Zenzen. Das Kloster Ebernach ist ebenso vertreten wie die evangelische Kirchengemeinde Cochem. Und selbst Verbandsbürgermeister Simon hat sich Zeit für das Rendez-vous genommen.

Was „Erkundung“ soll

In einer kurzen Präsentation erläutert Herbert Tholl vom Erkunderteam einige Grundlagen der Erkundung. Im Rahmen der Synodenumsetzung solle in der nächsten Zeit der Blick auf Themen gelenkt werden, die alle Menschen im Raum der Pfarrei der Zukunft verbinden – nicht nur die Katholiken, nicht nur die Christen, sondern alle Menschen, die hier leben, denn: „Wir sitzen alle in einem Boot“. Eine zentrale Frage der Erkundung heiße: Wie kann christliches Leben bei uns in der Zukunft aussehen? Und wie kann Kirche für die Menschen hilfreich sein? Alle seien eingeladen, gemeinsam zu „erkunden“, was Kirche vor Ort lebensfähig macht und welche Anliegen mit anderen Organisationen und Initiativen geteilt werden können. Die Erkundungsphase bis zum Herbst 2019 solle helfen, die Perspektivwechsel einzuüben, die von der Bistumssynode betont worden sind, vor allem: „Vom Einzelnen her denken“, „Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen“ und „Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern“. An vielen Orten gebe es bereits zahlreiche Initiativen, die in diesem Sinne arbeiten, so dass bei der Erkundung sowohl Vorhandenes hervorgehoben als auch Neues entdeckt werden könne.

Einige Gäste des Abends hatten gehofft, neue Informationen über das künftige Verwaltungszentrum der Pfarrei oder die künftige Leitung zu erhalten. Diese Fragen sind in der Erkundung allerdings bewusst ausgeklammert, um den Blick bevorzugt auf die inhaltlichen Möglichkeiten zu lenken, die es im Raum der neuen Pfarrei gibt. „Ich bin jetzt doch enttäuscht“, sagt eine Teilnehmerin, bleibt aber dann doch und lässt sich auf das weitere Programm ein.

Auf Einladung von Karin Terhorst und Johannes Eiswirth, ebenfalls im Erkundungsteam, lassen sich alle auf ein näheres Kennenlernen ein. Zunächst bilden die 150 Menschen eine lebende Landkarte nach ihrem Wohn- bzw. Arbeitsort. Bei weiteren Fragen wird durch Aufstellung im Raum sichtbar gemacht, wer aus ehrenamtlicher, hauptamtlicher oder anderer Beziehung zur Kirche hier ist, und mit welcher Grundstimmung man die gegenwärtige Entwicklung im Bistum Trier wahrnimmt. „Ich bin mir sicher, dass die Kirche von Trier auch in Zukunft existieren wird. Vielleicht in einer ganz anderen Form, aber da habe ich keine Sorge“, sagt eine Frau, die sich in ihrem Glauben gut eingebettet fühlt.

Neue Menschen kennenlernen und dadurch Perspektiven wechseln

Anschließend finden sich die „Passagiere“ in Gruppen zusammen – eher mit Personen, die sich nach Möglichkeit noch nicht gut kennen; im Gespräch mit „Fremden“ entstehen ja eher neue Ideen und Perspektiven als „unter uns“… An Tischen auf Deck machen die Kleingruppen sich anhand von Übersichtskarten des künftigen Pfarreigebietes miteinander bekannt und zeigen sich gegenseitig Orte, die für sie wichtig, und Orte, die ihnen fremd sind. Dabei werden erste Fragen aufgeschrieben, die für das Leben in der Pfarrei der Zukunft wichtig sein können.

Am Ende des Rendez-vous weisen die Erkunder/in auf vier Tafeln hin und laden eindort die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Erkundung anzuzeigen. Die Bandbreite reicht von „Ich mache mit und habe schon eine konkrete Idee“ bis „Ich bin noch unsicher, möchte aber weiter informiert werden“. Über 80 Personen werden sich schließlich auf einer der vier Tafeln eingetragen haben…

Nach einem Segensgebet kommt von einem Tisch spontaner Gesang. „Wo zwei oder drei …“; so schließt der Abend mit einem Kanon. Unterwegs vom Schiff auf’s „Festland“ äußern viele Teilnehmer ihre Neugier auf das, was kommt; einige sprechen von ihrer Skepsis und manche von Unmut. Das Erkundungs-Team fährt in spannungsvoller Erwartung nach Hause: jetzt fängt es erst richtig an.

Übrigens: ein Nachfolgetreffen für alle, die konkreter in die Erkundungsphase einsteigenmöchten, ist für Donnerstag, den 9. August angekündigt.


Ein Kommentar

Wunderbare Initiativen entdecken und wertschätzen

Bischof Stephan Ackermann berichtet
als Miterkunder aus einer „Seh-Schule“ in Idar-Oberstein

Seit April sind die Erkundungsteams in unserem Bistum unterwegs. Mir ist es in dieser Phase wichtig, den Kontakt zu den Frauen und Männer zu halten. Sie sollen mir keinen „Rapport erstatten“. Aber ich bin neugierig, zu erfahren, was die Erkunderinnen und Erkunder so erleben.

Deshalb habe ich mir in der vergangenen Woche die Zeit genommen, mich als „Miterkunder“ zu betätigen. Zusammen mit dem Team war ich zuerst im nördlichen Saarland unterwegs, wo wir eine Frau getroffen haben, die Pilgertouren organisiert. Die Frau hatte sich beim „Rendezvous im neuen Raum“ gemeldet. In dem gut eineinhalbstündigen Gespräch haben wir erfahren, dass die Initiative aus einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela entstand. Heute ist die Frau mit Menschen, die sicher nicht alle kirchlich gebunden sind, vor allem auf den Pilgerwegen in unserer Region unterwegs. Die Art und Weise, wie und was sie erzählt hat, war beeindruckend. Es war offenkundig, dass sie mit ihrem Angebot ein Bedürfnis der Menschen trifft.

Bischof Stephan schreibt

Bischof Stephan als Miterkunder und AK-Moderator in Idar-Oberstein

Am Abend habe ich die „Seh-Schule“ in Idar-Oberstein besucht (Bericht der Pressestelle). Die authentische Art, mit der das Erkundungsteam hier agiert hat, hat mir gut gefallen. Dass der Bischof da ist, hat die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst erstaunt. Aber ich war ja nicht dabei, um Rede und Antwort zu stehen, sondern mitzuarbeiten. Deshalb habe ich mich auch bereiterklärt, eine Gruppenmoderation zu übernehmen. Wir haben uns auf Spurensuche begeben und versucht, die Perspektive, also die Blickrichtung von anderen anzunehmen. Keine leichte Aufgabe, gerade auch, weil einige Menschen gesagt haben, sie hätten auch große Sorgen um das Leben in ihrer Pfarrei. Ich habe versucht, diese Sorge als eine Art Energiebringer zu verstehen und zu deuten: Sorge zu haben bedeutet nämlich auch, dass uns etwas nicht egal ist!

Mein erstes Fazit ist: Ich nehme gerade im ehrenamtlichen Bereich ein großes Interesse an der Erkundungsphase wahr. Die Teams treffen auf Menschen, die neugierig sind und bereit, neue Wege zu gehen.

Mein zweites Fazit: Erkunden ist zeitintensiv und lebt von gutem Zuhören und Hinhören. Ich wünsche mir jetzt noch mehr als vorher, dass die Erkunderinnen und Erkunder viele wunderbare – alte und neue – Initiativen entdecken, diese wertschätzen und so den Menschen vor Ort Lust machen, für die Pfarreien der Zukunft den Boden zu bereiten.


Ein Kommentar

„Die Kirche bleibt im Dorf“ – Foren „Ländlicher Raum“

Plakat einladungöAngekündigt sind zwei Foren zum Thema – am 25. August in Otzenhausen und am 15. September in Bitburg…

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Dann bitten wir um ein wenig Geduld – und dass Sie auf www.bistum-trier.de/heraus-gerufen in den nächsten Tagen noch mal nachschauen, bitte; die Technik hat ein bisschen Verzögerung eingebaut.

Vielen Dank für Ihr Verständnis – und herzlich willkommen dann!