heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

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Nachklang der Resonanzveranstaltung
zum Rahmenleitbild der Pfarrei der Zukunft

Resonanz wahrnehmen bedeutet so viel wie ein Echo auf bisher Gesagtes spüren, gut hinhören… – Die Akustik bei der Resonanzveranstaltung der Teilprozessgruppe (TPG) „Rahmenleitbild der Pfarrei der Zukunft“ am 21. April in Trier war ausgesprochen gut. In der inspirierenden Atmosphäre der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums wurde jeder gehört, es blieb Raum zum „Mauscheln“, aber auch für eindeutige Töne. Die grundlegende Tendenz, dass die TPG auf dem richtigen Weg sei, war neben vielen konstruktiven Vorschlägen für die Weiterarbeit deutlich wahrnehmbar.

Die großen Linien des bisherigen Erarbeitungs-Prozesses vorstellen und mit Resonanzpartnerinnen und -partnern über die Zwischenergebnisse ins Gespräch kommen: Zu diesem Zweck hatte die TPG Rahmenleitbild rund 90 Akteure der Pfarreien der Zukunft eingeladen, darunter Ehren- und Hauptamtliche, z.B. aus den Bereichen Pastoral, Caritas, Beratung, Schule, Jugendarbeit, sowie Vertreter der Verbände, aus Kommunen und dem Bischöflichen Generalvikariat.

Auftrag der TPG ist es, eine „verbindliche diözesane Rahmensetzung für das kirchliche Handeln in der Pfarrei der Zukunft“ in Form eines Leitbildes zu erarbeiten; sie soll dabei Raum lassen „für die notwendigen Konkretisierungen“ vor Ort (Infos zum Auftrag und zur TPG). Bereits im Auftrag steckt eine Spannung zwischen Verbindlichkeit und Freiheit, die auch am Tag des Resonanztreffens deutlich spürbar wurde: Wie können die Inhalte der Synode nachhaltig und überprüfbar in die Arbeit der Pfarreien der Zukunft einfließen? Welche Formen der Qualitätssicherung soll es geben? Wie kann man diesen Qualitätskriterien verbindliche Gültigkeit zusprechen, ohne die pastoralen Planungen vor Ort einzuengen? „Das Rahmenleitbild soll Lust machen, sich innerhalb des Rahmens zu bewegen. Es soll Raum lassen für Partizipation und lokale Ausgestaltungsmöglichkeiten.“ So Ulrich Stinner, Mitglied des Leitungsteams der TPG. Gleichzeitig müsse das Rahmenleitbild einen weitreichenden Selbstlernprozess anregen und bedürfe der Evaluation.

Lernende Kirche unterwegs

Eine Kirche, die unterwegs ist und in der Menschen und Organisation voneinander lernen wollen: Dort soll es hingehen. Dazu brauche es eine Kultur des Miteinanders und der Begegnung auf Augenhöhe – oder, wie es ein Teilnehmer formulierte: „Man muss zu zweit eine Runde drehen.“. Wichtig seien auch Fehlerfreundlichkeit und Offenheit sowie Zeiten der Unterbrechung, betont Rita Schneider-Zuche vom Leitungsteam. „Wer keine Muster unterbricht, kommt nicht in neues Denken.“ Diese Erfahrung habe die TPG selbst auch gemacht. Muster-Unterbrechung lade zur Standortbestimmung, zur Neuvergewisserung ein: Wie gestalten wir die Erstkommunion derzeit? Kann es in Zukunft neue, fruchtbarere Wege geben? Ist immer das Kirchengebäude der Ort für den Gottesdienst oder wäre der Gottesdienst auch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung denkbar, einem anderen „Ort von Kirche“?

Nicht nur von Muster-Unterbrechung sprechen, sondern diese auch leben: So lautete das Tagesmotto am 21. April. Der Resonanztag wurde kurzerhand genutzt, um die in der TPG kultivierten Haltungen und „Muster des Gelingens“ mit einem größeren Publikum zu erproben und durch neue zu ergänzen. Etwa durch eine Kontaktphase zu Beginn, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Aula spazierten, eine Bewegungseinheit nach der Mittagspause oder eine biblische Unterbrechung zwischendrin… Die neuen Methoden kamen gut an und trugen zu einer dynamischen Arbeitsatmosphäre bei. Über den Tag hinweg wurde motiviert und konzentriert gearbeitet – sogar in der Mittagspause. So wurde aus der Essens-Schlange kurzerhand die „Schlange des Dialogs“.

Konkret: Wie sieht das Rahmenleitbild dann aus?

Was gehört alles in ein solches Rahmenleitbild? Welche Kapitel könnte es möglicherweise haben? Im ersten Block wurde das vorläufige Modell des Rahmenleitbildes mit seinen drei zentralen Elementen diskutiert: „synodaler Rahmen“, „pastoral vor Ort planen und umsetzen“ und „pastorale Arbeit auswerten und weiterentwickeln“. Grundlage sind das Synodendokument und die darin angeregte spirituelle Selbstvergewisserung, die dem diakonisch-missionarischen Handeln in den Pfarreien der Zukunft den Boden bereiten will: Wozu sind wir Kirche und wie gestalten wir als solche gesellschaftliche Herausforderungen im Sozialraum mit? Das Rahmenleitbild soll helfen, die Inhalte der Synode in konkretes Handeln umzusetzen. Wie die Arbeit vor Ort reflektiert und weiterentwickelt werden kann, damit beschäftigt sich schließlich ein weiteres Kapitel.

Das Modell stieß bei den Resonanzpartnerinnen und -partnern auf große Akzeptanz. Stärker differenziert werden müsse noch die Rolle der Haupt- und Ehrenamtlichen; und ganz wichtig sei es, das Rahmenleitbild in einfacher Sprache zu verfassen, für jede und jeden verständlich.

Sinnvolle Begriffe finden / Begriffe miteinander klären

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Begriffsarbeit: Was ist ein „Netzwerk“, was ein „Themenzentrum“? Worin unterscheiden sich „Kirch-Ort“ und „Pfarr-Ort“? Könnte es, ganz im Sinne der Muster-Unterbrechung, sinnvoll sein, von „Orten von Kirche“ statt „Kirchorten“ zu sprechen, um nicht zu schnell nur die alte Pfarrei oder lediglich das Kirchengebäude zu meinen? Ist nicht auch eine katholische Kita „Ort von Kirche“? Kann man vom „Netzwerk Pfarrei der Zukunft“ sprechen oder sind es nicht vielmehr die Akteure, die sich vernetzen? – Die Arbeit an den Begriffen des Rahmenleitbildes und ihrer Trennschärfe gestaltete sich als besonders herausfordernd. „Die Begriffe sind durch die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereichert worden“, resümiert Dr. Michael Kneib vom Leitungsteam. Der Austausch habe zudem gezeigt, dass man sich fragen müsse: Wie viele Begriffe braucht und wie viele erträgt ein Rahmenleitbild?

Wie geht es nun weiter? Um die Breite der Meinungen einzufangen, brauche es zunächst eine gute Nacharbeit, so das Leitungsteam. Die Ergebnisse nutze man dann für die sich stetig verdichtende Arbeit an den unterschiedlichen Teilaspekten. Außerdem stehe es nun an, Schnittstellen zu anderen TPGs zu bearbeiten. „In jedem Fall“, so versichert das Leitungsteam, „werden die Klänge der Resonanzveranstaltung in der Arbeit der TPG nachschwingen“.

(Dieser Bericht verdankt sich einem Interview mit dem Leitungsteam der TPG „Rahmenleitbild der Pfarrei der Zukunft“, bestehend aus Rita Schneider-Zuche, Dr. Michael Kneib und Ulrich Stinner – von Carmen Schröder, Mitglied der AG Kommunikation.)

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