heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Schätze der Synode gefunden

Ein Kommentar

Was steckt drin im Synodendokument für Ehrenamtliche im caritativen Dienst? Darüber haben sich rund 100 Frauen und auch Männer in insgesamt drei Treffen (in Neuwied, Saarbrücken und Trier) ausgetauscht. Sie alle setzen sich im Netzwerk der Caritaskonferenzen Deutschlands CKD für den Dienst am Nächsten ein.

In allen drei Runden wurde deutlich: Es braucht Informationen und Erklärungen. Es braucht eine „Übersetzung“ der Perspektivwechsel in die jeweilige Lebens- und Erfahrungswelten der Anwesenden. Es braucht Raum und Zeit für eine inhaltliche Auseinandersetzung. „Nur so kann aus Angst Hoffnung werden!“, so eine Teilnehmerin während des Treffens in Trier, bei dem sie „so manchen Aha-Effekt erlebt“ habe.

Ich denke, das war mein wesentlicher Dienst und Beitrag als Referentin bei diesen Veranstaltungen: die Perspektivwechsel, als Herzstück des Synodendokuments, gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Dialog und vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen zu erschließen. In der Tradition unseres Glaubens geht das am Besten im Erzählen, um miteinander zu lernen, wie wir unseren Glauben heute leben können. Gut, dass auch Synodale bei diesem Austausch dabei waren. Ihr lebendiges Zeugnis für die Anliegen der Synodalen war wichtig und inspirierend. So öffnete sich ein Raum für die Ängste und Sorgen der Ehrenamtlichen, aber auch für ihre Energien, Leidenschaften, Visionen und Hoffnungen. Manche „Schätze“ des Dokumentes konnten wir so finden.

synode_4Perspektivwechsel

Tief berührt haben mich diese Ehrenamtlichen, die sehr oft bereits seit Jahrzehnten einen Dienst am Nächsten tun. Spannende Ehrenamtsbiographien wurden sichtbar –vom Ehrenamt in der Jugend bis zum Ehrenamt im fortgeschrittenen Lebensalter. Die Vielfalt der Orte, an denen sich diese Ehrenamtlichen in den Pfarreien und Einrichtungen des Bistums engagieren, beeindruckt. Mich hat es erschüttert, wie viel Not dem begegnen kann, der genau hinsieht und hinhört.

Bereits seit über 400 Jahre bringen sich Menschen in der CKD mit dem ein, was sie mitbringen an Talenten und Gaben, um Menschen am Rande unserer Gesellschaft ein besseres und menschenwürdigeres Leben zu ermöglichen. Von daher wundert es nicht, dass die Impulse der Synodalen für eine diakonische und charismenorientierte Ausrichtung unserer Kirche hier mit Begeisterung aufgenommen wurden, denn viele der Ehrenamtlichen „brennen für eine diakonische Kirche“, wie Diakon Edgar Braun von der „Zeitkollekte“ aus Bad Kreuznach es formulierte. Da ist Energie spürbar, verantwortetes Christ-Sein!

Daneben gibt es aber auch Sorgen: „Auch wir Ehrenamtlichen brauchen Seelsorger“, höre ich in intensiven Diskussionen. Denn immer wieder kommt es zu Situationen, in denen die Last des Dienstes zu schwer wird, wenn die Sorgen und Probleme des Kranken, Armen, Einsamen, Sterbenden, Trauernden mit nach Hause genommen werden.

Dass hier „etwas Neues“ wachsen muss, wird bei allen drei Veranstaltungen deutlich. Für mich zeigt sich: Es braucht eine sinnvolle Fortschreibung dessen, was allgemein in Abgrenzung als hauptamtlich und ehrenamtlich bezeichnet wird. Es braucht eine Fortschreibung, die dem gerecht wird, wie Haupt- und Ehrenamtliche, wie Christen, gemeinsam und in Augenhöhe ihrem gemeinsamen Ruf zu den Menschen gerecht werden können.

Wie wird es weiter gehen mit ehrenamtlichem Einsatz in caritativen Diensten? Eine Ehrenamtliche meint dazu: „Vertrauen wir auf Gott, der für den nächsten Tag sorgt!“ Wie gut, dass alles, was die Ehrenamtlichen an diesen Tagen so aufgewühlt und beschäftigt hat, am Ende der Veranstaltungen gemeinsam vor Gott gebracht werden konnte.

Nicole Claire Heckmann, Diözesancaritasverband Trier e.V.

Ein Kommentar zu “Schätze der Synode gefunden

  1. Hallo!

    Eine der Teilnehmerinnen hat nach der Veranstaltung sehr beeindruckt und beeindruckend davon im Pfarreienrat berichtet.
    Auch bei der Veranstaltung „Umgang mit der Armut“, wo sich viele caritativ ehrenamtlich Tätigen im Haus Sonnental trafen, wurde der Punkt benannt, wie wichtig eine seelsorgliche Begleitung der Gruppen vor Ort ist. Das ist also ein wichtiger Punkt, der bei den Planungen in den nächsten Jahren nicht aus dem Blick geraten darf!

    Viele liebe Grüße aus Dillingen!
    Susanne Zengerly

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