heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Vertrauen, dass es gut wird

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Während ich diese Zeilen schreibe, läuft die sechste Resonanz-Veranstaltung zur Raumgliederung, diesmal in Trier – und ich überlege, welche Fragen wohl heute ganz oben stehen. Auch wenn die Veranstaltung bisher in Ochtendung, Prüm, Simmern und Dillingen den gleichen Aufbau haben, sind die Fragen und Schwerpunkte doch teilweise sehr unterschiedlich. Gestern in Dillingen schien mir (wieder) eine Frage besonders wichtig: Wie füllen wir die weiten Räume mit Leben? Natürlich wurde auch ganz konkret gefragt, wie es etwa für Angestellte der Kirchengemeinde weitergeht, was der Pfarrort bedeutet oder wie die Finanzen künftig geregelt sind.

Aber diese ganz grundsätzliche Frage beschäftigt die Menschen, die zu den Veranstaltungen kommen, sehr stark. So hat ein Teilnehmer angemerkt, dass die Raumzuschnitte wirklich schlüssig seien, wenn man von raumplanerischen Aspekten ausgehe – „aber wenn man von den Menschen vor Ort ausgeht?“ Sei es da nicht sinniger, mehr Flexibilität walten zu lassen und nicht alle Pfarreien der Zukunft halbwegs vergleichbar groß zu halten, sondern auch kleinere Zuschnitte zu ermöglichen? Und was soll denn in den großen Räumen besser laufen als in den derzeitigen Pfarreien-Gemeinschaften?

Ich fand es da gut, dass Manfred Thesing, Katholikenrats-Vorsitzender und Mitglied der Raumplanungsgruppe, ganz offen zugegeben hat, dass er sich auch erst an den Gedanken von nur noch 35 Pfarreien habe gewöhnen müssen. Was ihm helfe, sei der Gedanke, dass es künftig eine verlässliche Ereichbarkeit gebe an einem Pfarrort und dass in den weiten Räumen viel Kleinteiliges und Komplexes künftig einfacher und unkomplizierter werden könne. Und als Bischof Stephan in die Runde fragte, ob denn heute alles überall so gut laufe, gab es viele nachdenkliche Gesichter. „Wir sind in einer Krisensituation“, hat der Bischof gesagt, „aber das heißt doch nicht ‚Untergang‘ – das fordert uns heraus!“ Und ja, das dürfe wehtun, aber nicht blockieren.

Mir – und hoffentlich auch vielen anderen der knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – hat Mut gemacht, was Klaus Becker vom Momentum in Neunkirchen erzählt hat. Neulich sei eine Frau zu ihnen gekommen, die Weihwasser gebraucht habe. Und jemand habe ihr gesagt: „Gehen Sie einfach mal da die Straße runter, da ist sowas wie die Kirche.“ Da hat sich mitten in der Fußgängerzone ein Ort von Kirche etabliert. Ich habe auch ein bisschen Stolz rausgehört, als Becker gesagt hat: „Wir können zeigen, wozu wir Kirche sind.“ Denn danach fragt ja die Synode. Die Ehrenamtlichen kämen mittlerweile aus einem größeren Einzugsgebiet, ebenso wie die Besucherinnen und Besucher.

Ich glaube, das gefällt mir so gut an diesen Veranstaltungen: Da ist bei aller berechtigen Sorge und Kritik immer auch ganz viel Mut und Aufbruch und Hoffnung zu spüren. Etwa wenn eine Ehrenamtliche und Ex-Synodale den anderen Teilnehmern Mut macht: „Die großen Räume ermöglichen Eigenverantwortung vor Ort! Und das gibt uns die Chance, auch Menschen über unsere bisherigen Kreise hinaus anszusprechen und vielleicht zur Mitarbeit zu gewinnen.“ Natürlich werde das gemeindliche Leben vor Ort sehr vom Engagement vor Ort abhängen – und es werde dann auch „weiße Flecken“ geben. Oder wenn eine andere Ehrenamtliche sagt: „Die Pfarrei der Zukunft ist für mich Anlass, ganz viel zu beten: Darum, dass das gelingt, was die Synode sich vorgenommen hat. Aber vor allem auch darum, dass ncith direkt mit Ablehnung reagiert wird, sondern dass man offen ist für das, was geplant ist. Ich habe auch Angst – aber ich habe auch ganz viel Vertrauen, dass es gut wird.“

Es gibt noch zwei weitere Resonanz-Veranstaltungen: am 16. Juni in der Jugendkirche eli.ja in Saarbrücken und am 30. Juni in der Stadthalle Neuwied. Anmelden dazu kann man sich auf herausgerufen.bistum-trier.de. Und online ist die Resonanz unter www.resonanz-bistum-trier.de möglich.

Judith Rupp

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