heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

„Ich muss es Ihnen jetzt mal direkt sagen“

Ein Kommentar

Resonanz-Telefon des Bistums: viel Kritik und einige Vorschläge

„Jetzt sollen alle Kirchen zugemacht werden!?“ „Ich fahre doch nicht in die atheistische Stadt … – da gehen die Leute nicht in die Kirche wie hier bei uns; und außerdem findet man, wenn man da hin fährt, keinen Parkplatz bei der Kirche.“ Aber auch: „Ich verstehe gar nicht, warum sich so viele aufregen – ich bin immer schon kilometerweit zum Gottesdienst gelaufen; und heute stehen in der Eifel zwei Autos vor jedem Haus… Und für die anderen Probleme hilft nur noch beten. Gott segne das Bistum Trier.“ (Originalton einer über 90jährigen Frau am Telefon)

Viele Anruferinnen und Anrufer, die allermeisten über 60 Jahre alt, beklagten am Resonanztelefon des Bistums zum Entwurf „35 Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier“, dass gerade die älteren Menschen vom kirchlichen Leben ausgeschlossen würden, wenn nur noch im künftigen Pfarrort Gottesdienst gefeiert wird.

Oft ist es am Resonanztelefon gelungen, solche Befürchtungen auszuräumen. Die Pfarreien der Zukunft sollen ja die Seelsorge und die Gottesdienste und überhaupt das kirchliche Leben vor Ort unterstützen und beflügeln – jedenfalls überall da, wo „die Leute“ vor Ort kirchlich leben. Zu diesem Zweck sollen sie auch viele Pfarrer von „Verwaltungs“- Aufgaben befreien und ihnen wieder mehr Zeit für ihren Haupt-Auftrag verschaffen: Menschen im Glauben zu begleiten und zu unterstützen. Dazu soll auch beitragen, dass die Leitung der Pfarrei der Zukunft einem Leitungsteam übertragen wird, in das der Pfarrer und seine priesterlichen Aufgaben eingebunden sind. Am Telefon hat sich gezeigt, dass das wohl noch besser vermittelt werden könnte: Die „Pfarreien der Zukunft“ sollen etwas ganz anderes sein als alles, was wir bisher unter dem Begriff „Pfarrei“ verstehen; und: Kirchliches Leben wird es da weiterhin geben, wo es gelebt wird.

Unzufrieden zeigten sich manche Anruferinnen und Anrufer mit einigen der geplanten neuen Räume und ihren jeweiligen Grenzen. Das bezog sich gelegentlich auf ein Dorf oder einen Stadtteil, „der doch eigentlich zu XX gehört“; manche gehen davon aus, dass ein anderer Ort besser als „Pfarrort“ geeignet wäre als der bisher vorgeschlagene. Zu diesem Thema wurden am Telefon wie zuvor auch schon in der Presse Veränderungs-Wünsche und konkrete -Vorschläge angekündigt.

Häufig konnten wir am Resonanz-Telefon nur darauf hinweisen, dass manche Fragen weltkirchlich beraten oder gelöst werden müssten; manche meinten ja, man müsse nur den Pflicht-Zölibat abschaffen, auch Frauen weihen oder erst mal Bistümer zusammenlegen – und schon wären viele Probleme gelöst.

Dankbar waren die meisten, dass es überhaupt eine Möglichkeit gebe, Kritik und Veränderungswünsche vorzubringen – mit der Sicherheit, dass die Gesprächspartnerinnen sie auch weitergeben und in die weiteren Beratungen einbringen.

Die Protokolle der gut hundert Telefonate (von zwei Minuten bis zu einigen Dreiviertelstunden Dauer) gehen – wie alle anderen Reaktionen und Rückmeldungen – an das Synodenbüro und die TeilProzessGruppe „Raumgliederung“; sie werden bei der weiteren Beratung und Planung gesichtet und sollen gegebenenfalls in den zweiten Entwurf eingebaut werden. Eine vorläufige Zwischenauswertung wird voraussichtlich Ende April vorliegen.

Ein Kommentar zu “„Ich muss es Ihnen jetzt mal direkt sagen“

  1. …..gut geschrieben, der Artikel, und wirklich sehr gut, dass es die Telefonaktion gibt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s