heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier


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Befragung jetzt online

Die Resonanzphase geht weiter

Der angekündigte Rückmeldebogen zum Entwurf der Pfarreien der Zukunft  ist nun auf unserer Homepage online gestellt.

Jede und jeder Interessierte ist eingeladen, diesen auszufüllen. Wir bitten darin um Einschätzungen zum Entwurf der Raumgliederung und zu den Kriterien, aber auch um konkrete Veränderungshinweise zu den Pfarreien der Zukunft.

Wir freuen uns, wenn der Bogen online ausgefüllt wird, aber er kann auch bei uns in Papierform bestellt werden.

Vielen Dank für all die Rückmeldungen, die bis jetzt über das Resonanztelefon oder per e-Mail eingegangen sind. Wir haben schon viele wichtige Hinweise bzgl. der Raumgliederung erhalten, aber auch Rückmeldungen dazu, wie der Entwurf aufgenommen wird. Es gibt positive Reaktionen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber es gibt auch die kritischen Stimmen, die ihre Befürchtungen äußern, wenn die Pfarreien der Zukunft in dieser Form gebildet werden. Dies ist oft verbunden mit ganz konkreten Fragen bezüglich der Ausgestaltung.  Auf die meisten dieser Fragen können wir im Moment noch keine Antworten geben, da diese erst erarbeitet werden.  Aber wir können Ihre Hinweise, Rückmeldungen und Befürchtungen in die Ausarbeitung und die Teilprozessgruppen eingeben, die nun gebildet werden.

Edith Ries-Knoppik


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Warum 35 anstatt 60?

In den ersten Tagen der Resonanzphase zur Raumgliederung kommt immer wieder eine Frage: Warum sieht der Entwurf 35 Pfarreien der Zukunft vor, wo doch im Synodendokument noch von 60 Pfarreien die Rede war? Wir haben Prälat Franz Josef Gebert gefragt, der Mitglied in der Teilprozessgruppe Raumgliederung war. Er sagt:

Die Zahl 60 war das Ergebnis der entsprechenden Sachkommission der Synode. Sie war als Maximalzahl gedacht und sollte – in ihrem unübersehbaren Kontrast zu der bestehenden Struktur – deutlich machen, dass die Pfarrei der Zukunft auf keinen Fall als Fortschreibung der bisherigen Praxis gesehen werden kann. (Wenn man 60 den bestehenden ca. 900 gegenüberstellt, dann kann man nicht mehr auf die Idee kommen, dass hier dasselbe gemeint ist.) Sie ist nicht das, was wir bisher unter „Pfarrgemeinde“ verstehen.

Die Synodenvollversammlung war sich im Klaren, dass sie die Zahl 60 nicht verantwortet beschließen konnte. Dafür hätte sie sich mit vielen Details sehr zeitaufwändig auseinandersetzten müssen, was von der Anlage der Synode nicht möglich war. Deshalb wurde „60“ als Orientierung übernommen und die konkrete Festlegung in die Umsetzung der Synodenbeschlüsse gegeben. Bei dieser Konkretisierung wurden u.a. auch die Entwicklung der Ressourcen sowie die Rahmenbedingungen für eine sinnvolle und sparsame Verwaltung und für einen guten Personaleinsatz berücksichtigt.

Am Wichtigsten in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Synode in ihren Perspektivwechseln ausdrücklich von der bisherigen Praxis verabschiedet und neue Kriterien für die Pfarreien der Zukunft benennt. Wenn man „vom Einzelnen her denkt“, wenn „Charismen vor Aufgaben“ wirklich in den Blick genommen werden, wenn „weite pastorale Räume eingerichtet und netzwerkartige Kooperationsformen verankert“ werden, dann spielen die Flächengröße und die Katholikenzahl nicht mehr die entscheidende Rolle. Die Pfarrei der Zukunft ist vor allem ein rechtlicher und organisatorischer Rahmen. Das kirchliche Leben ist ganz dezentral gedacht und richtet sich nach den sozialräumlichen Gegebenheiten und den lokalen Initiativen.

Wenn die Perspektivwechsel wirklich tragen sollen, ist ein Abschied vom Kirchturmdenken, d. h. von einer zentralistischen Konzeption der Pfarrgemeinde erforderlich. Das kirchliche Leben und die Strukturen, die diesem Leben Raum geben und ihm dienen sollen, müssen in jeder Pfarrei neu entdeckt und ernst genommen werden.“

Judith Rupp


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Pfarreien der Zukunft: ein erster Entwurf und viele Fragen

Seit ein paar Tagen liegt der Entwurf für die Gliederung des Bistums in 35 Pfarreien der Zukunft vor. Viele Rückmeldungen erreichen uns im Synodenbüro. Auf Facebook, per Mail und am Resonanztelefon melden sich seitedem täglich Männer und Frauen aus dem Bistum Trier, aber auch darüber hinaus, jüngere und ältere Gläubige: sie sprechen Gratultionen aus zum Mut, eine solche Veränderung anzugehen. Viele äußern Entsetzen darüber, dass es nur noch 35 Pfarreien im Bistum geben soll. Einige ganz konkrete Hinweise auf Zuschnitte von Pfarreien, die so nicht passen würden, haben uns auch schon erreicht. Wir versuchen zu jeder Nachricht eine kurze Antwort zu schreiben, über jedes Telefongespräch wird ein Protokoll geführt, auch die Kommentare auf Facebook wertet unsere Internetredaktion aus.

Pfarreien der Zukunft: darüber müssen wir reden.
Und dazu gibt es die Resonanzphase: http://www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/raumgliederung-pfarreien-der-zukunft/weiter-gehts-resonanz-phase/

Warum könnt ihr nicht sagen, wie das konkret geht mit den Pfarreien der Zukunft?
Wird es bei uns noch Gottesdienste geben? Muss ich zukünftig 20 km fahren, um eine Messe zu bestellen? Werden in unserer Gemeinde alle Kirchen abgerissen?

Das Ziel der Gründung der Pfarreien der Zukunft ist nicht, das Glaubensleben zu zerstören. Im Gegenteil: es geht darum, dass die Kirche im Bistum Trier diakonisch und missionarisch in die Welt wirkt. Und dabei geht es vor allem um das, was Christinnen und Christen vor Ort bewegt, was ihnen wichtig ist. Das zu untersützen ist Aufgabe der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mítarbeiter. Die Betonung des ehrenamtlichen Engagements und der Initiativen vor Ort ist kein Sparkonzept, sondern damit will das Bistum ernsthaft von den Gläubigen und ihren Gaben her denken.

Ziel der nächsten Jahre wird sein, das miteinander zu entwickeln. Dazu wird es ab Ende des Jahres eine zweijährige Erkundungsphase geben. Teams von drei Personen unterstützen die Haupt – und Ehrenamtlichen vor Ort dabei, Ideen für ein vielfältiges Glaubensleben vor Ort zu entwickeln und dabei auch zu bewahren, was es an Gutem und Zukunfstweisendem gibt. Daher ist es nun wichtig, über die Pfarrei der Zukunft zu diskutieren, Ideen zu entwickeln, zu streiten. Daher können wir nicht auf alle konkreten Fragen antworten. Die Gestaltung des Lebens vor Ort kann nur von dort ausgehen. Und dabei ist wichtig: Nicht alles wird neu. Aber die Kirche ist noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten. Die Frohe Botschaft treibt Christinnen und Christen seit je an, nicht aufzugeben, was sie der Welt zu sagen haben, aber auch vor der Welt nicht auszuweichen.


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Caritas fragt: Wie geht „Pfarrei der Zukunft“?

Impression SW PdZ 1Das Leben in der „Pfarrei der Zukunft“ steht als Thema bei der Synodenumsetzung derzeit ganz oben. Viele fragen sich, wie die netzwerkartige Zusammenarbeit in diesen Pfarreien aussehen wird und wie die Perspektivwechsel – Vom Einzelnen her denken und Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen – gelebt werden können.

Auch die Caritas im Bistum spielt in diesen Pfarreien mit ihren Einrichtungen und Diensten zukünftig eine andere Rolle. 40 Frauen und Männer – die Leitungsrunde des Diözesanverbands, die örtlichen Caritasgeschäftsführungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Gemeindecaritas und Geschäftsführungen der Personalfachverbände – haben sich zu einer „Synodenwerkstatt“ getroffen. Nicole Claire Heckmann, Referentin für Gemeindecaritas beim DiCV, berichtet: „Wir wollten uns Zeit und Raum nehmen für eine erste Auseinandersetzung mit dieser ‚Pfarrei der Zukunft‘.“ Einen ganzen Nachmittag habe man gemeinsam „gewerkelt“: „Wir haben uns die Möglichkeiten in einer ‚Pfarrei der Zukunft‘ aus verschiedenen Blickwinkeln angeschaut. Dieses multiperspektivische Sehen hat uns geholfen, Reichtümer und Ressourcen in Räumen zu erkennen und zu heben.“ Diese kreativen und kommunikativen Arbeitsformen hätten die Caritas inspiriert und Lust gemacht auf die weiteren Gestaltungsschritte und Prozesse. Wer sich in seiner Gruppe oder seinem Pfarrgemeinde- oder Pfarreienrat ebenfalls auf diesen Weg machen will, kann sich gerne an Nicole Claire Heckmann (Heckmann-N@caritas-trier.de) wenden – die Caritas gibt ihr Konzept für die Synodenwerkstatt gerne weiter.

Judith Rupp


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Hohe Beteiligung am Verfahren zur Bildung der Teilprozessgruppen

Ein wichtiger Motor für die Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode sind die Teilprozessgruppen: in ihnen werden die strukturellen und inhaltlichen Rahmenbedingungen für das kirchliche Handeln im Bistum Trier in den nächsten Jahren erarbeitet.

Daher freut es uns im Synodenbüro sehr, dass sich so viele Menschen am Interessebekundungsverfahren beteiligt haben. Es zeigt uns, dass viele ehren- und hauptamtlich Engagierte sich und ihre Kompetenzen in die Umsetzung der Synode im Bistum Trier einbringen wollen.

Wir werden jetzt noch eine gewisse Zeit mit der Auswertung beschäftigt sein. Wir melden uns bei allen, ob und wenn in welcher Weise die Mitarbeit möglich ist. Auch wenn wir nicht auf jede Interessenbekundung positiv eingehen können – für die Mitarbeit in manchen Teilprozessgruppen haben sich knapp 100 Personen gemeldet –, denken wir intensiv darüber nach, wie wir die gesamte Bereitschaft zur Mitgestaltung zum Beispiel in Resonanzveranstaltungen gut einbinden können.

Was passiert weiter?

Die einzelnen Teilprozessgruppen (TPGs) erhalten nun detaillierte Aufträge. In ihnen werden die Arbeitsziele der Gruppen beschrieben, Schnittstellen zu anderen TPGs benannt, die wichtigsten Bezüge zum Abschlussdokument aufgezeigt und Meilensteine, Zwischenziele und Termine skizziert, die sich aufgrund eines Themas ergeben können.

Für die Teilprozessgruppen werden grundsätzliche Rahmenbedingungen für die Arbeitsweise festgelegt, z.B. Größe, Personalisierung, Leitung, Regeln für Gründung von Untergruppen, Möglichkeit der Einbeziehung externer Expertisen usw.

Dann folgen die Starttreffen der Teilprozessgruppen. Nicht alle werden zugleich starten. Aber wir denken daran, dass inhaltlich eng zusammenhängende TPGs auch ein gemeinsames Starttreffen haben können.

Aufgrund der Auswahl der Mitglieder und der z.T. noch ausstehenden Formulierung ausführlicher Aufträge werden die TPGs nicht vor Ostern starten.

Ein großes Dankeschön schon jetzt von uns für die vielen Rückmeldungen und die Bereitschaft zur Mitwirkung.

Aus dem Synodenbüro

Edith Ries-Knoppik und Christian Heckmann