heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier

Aquarium oder Ozean

Ein Kommentar

Eine sehr lebendige Diskussion durfte ich am Freitag Nachmittag bei der Sitzung des Diözesan-Pastoralrats erleben. Zwei wichtige Erkenntnisse: einerseits gab es fundierte, für mich gut nachzuvollziehende Kritik an der Arbeitsweise des 3. Oktober (Treffen aller diözesanen Räte). Viele inhaltliche Gedanken, die über die Frage der Bildung der Pfarreien der Zukunft hinausgegangen wären, hätten nicht zum Zuge kommen können, weil in den unmoderierten Kleingruppen nicht alle Teilnehmer/innen sich ausreichend einbringen konnten.

Der Kritik, dass zu spät über der Ergebnisse der anschließenden Klausurtagung der Leiko (4. Oktober) berichtet worden ist, habe ich ja schon an mehreren Stelle zugegeben. Ein weiterer kritischer Aspekt kam am Freitag dann hinzu: aus den Berichten, die veröffentlicht wurden, war der Diskussionsgang der Leiko nicht zu erkennen: Die Mitglieder hätten sich gewünscht zu erkennen, wie mit den  Voten der Räte umgegangen wurde. Was wurde wie aufgegriffen? Wie kam es dazu, dass die so genannte Erkundungsphase geplant wird? Warum gibt es zunächst die Raumgliederung usw.? Ich kann das jetzt nicht in diesem Blog nachholen. Dem eindringlichen Wunsch nach genauerer Erläuterung wie mündlich schon öfter vorgetragen, versuchen wie in geeigneter Weise nachzukommen.

Ein inhaltlicher Aspekt, der diskutiert wurde, erinnerte mich an das Bild mit dem Aquarium, das ich von Christian Hennecke gehört habe: das „katholische Aquarium“ ist zerbrochen: die Christen schwimmen im Ozean. So beschreibt er die gesellschaftlichen Entwicklungen. Heißt, keine Pfarreistruktur – ob groß ob klein – kann die festen Formen katholischen Lebens, die unser Land und unseren Glauben prägten, zurück bringen. Genau diese Unsicherheit war zu spüren: Einerseits bestätigten einige Mitglieder des Pastoralrats, dass die Pfarreien der Zukunft als Organisationsräume oder Verwaltungsräume schnell gebildet werden müssen, um sich recht schnell darin orientieren zu können und Sicherheit zu gewinnen. Andere wiederum meinten, dass es doch ganz gut sei, sich an den Ozean zu gewöhnen, um in dieser Realität als Christin und Christ leben zu lernen, um auszuhalten, dass das Aquarium zerbrochen ist. Vielleicht muss ich mir jetzt doch noch mal „Finding Nemo“ anschauen….

Christian Heckmann

Ein Kommentar zu “Aquarium oder Ozean

  1. Guter Blogbeitrag.
    Ich kann nur ermuntern zügig und offensiv zu kommunizieren

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