heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier


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… in einem Boot

Rendez-vous in Beilstein mit 150 „Passagieren“

Tholl spricht unter Deck zur Versammlung

Herbert Tholl: Was Erkundung soll – und was nicht

Die „Wappen von Cochem“ bleibt an diesem Abend zwar am Anleger; den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des „Rendez-vous im neuen Raum“ für die Pfarrei der Zukunft Cochem-Zell wird jedoch deutlich, dass ihre Kirche sich in Bewegung setzen muss. Das Erkunderteam hat zusammen mit dem Dekanatsbüro und dem Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. eingeladen. Es will über die Idee der Erkundung informieren und erste Kontakte herstellen. Das Schiff hat die Unternehmerfamilie Kolb großzügig zur Verfügung gestellt ; viele sehen es als Zeichen der Verbindung untereinander.

„Willkommen an Bord“, begrüßt Diakon Hermann Hower im Namen des Erkunderteams die Gäste, die man gerne als „Miterkunder“ gewinnen wolle. Der größte Teil der Anwesenden kommt aus dem ehrenamtlichen Engagement in den Pfarreien, dazu viele hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger, nahezu zwanzig Erzieherinnen und Erzieher sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Caritasverband, angeführt von Direktor Frank Zenzen. Das Kloster Ebernach ist ebenso vertreten wie die evangelische Kirchengemeinde Cochem. Und selbst Verbandsbürgermeister Simon hat sich Zeit für das Rendez-vous genommen.

Was „Erkundung“ soll

In einer kurzen Präsentation erläutert Herbert Tholl vom Erkunderteam einige Grundlagen der Erkundung. Im Rahmen der Synodenumsetzung solle in der nächsten Zeit der Blick auf Themen gelenkt werden, die alle Menschen im Raum der Pfarrei der Zukunft verbinden – nicht nur die Katholiken, nicht nur die Christen, sondern alle Menschen, die hier leben, denn: „Wir sitzen alle in einem Boot“. Eine zentrale Frage der Erkundung heiße: Wie kann christliches Leben bei uns in der Zukunft aussehen? Und wie kann Kirche für die Menschen hilfreich sein? Alle seien eingeladen, gemeinsam zu „erkunden“, was Kirche vor Ort lebensfähig macht und welche Anliegen mit anderen Organisationen und Initiativen geteilt werden können. Die Erkundungsphase bis zum Herbst 2019 solle helfen, die Perspektivwechsel einzuüben, die von der Bistumssynode betont worden sind, vor allem: „Vom Einzelnen her denken“, „Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen“ und „Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern“. An vielen Orten gebe es bereits zahlreiche Initiativen, die in diesem Sinne arbeiten, so dass bei der Erkundung sowohl Vorhandenes hervorgehoben als auch Neues entdeckt werden könne.

Einige Gäste des Abends hatten gehofft, neue Informationen über das künftige Verwaltungszentrum der Pfarrei oder die künftige Leitung zu erhalten. Diese Fragen sind in der Erkundung allerdings bewusst ausgeklammert, um den Blick bevorzugt auf die inhaltlichen Möglichkeiten zu lenken, die es im Raum der neuen Pfarrei gibt. „Ich bin jetzt doch enttäuscht“, sagt eine Teilnehmerin, bleibt aber dann doch und lässt sich auf das weitere Programm ein.

Auf Einladung von Karin Terhorst und Johannes Eiswirth, ebenfalls im Erkundungsteam, lassen sich alle auf ein näheres Kennenlernen ein. Zunächst bilden die 150 Menschen eine lebende Landkarte nach ihrem Wohn- bzw. Arbeitsort. Bei weiteren Fragen wird durch Aufstellung im Raum sichtbar gemacht, wer aus ehrenamtlicher, hauptamtlicher oder anderer Beziehung zur Kirche hier ist, und mit welcher Grundstimmung man die gegenwärtige Entwicklung im Bistum Trier wahrnimmt. „Ich bin mir sicher, dass die Kirche von Trier auch in Zukunft existieren wird. Vielleicht in einer ganz anderen Form, aber da habe ich keine Sorge“, sagt eine Frau, die sich in ihrem Glauben gut eingebettet fühlt.

Neue Menschen kennenlernen und dadurch Perspektiven wechseln

Anschließend finden sich die „Passagiere“ in Gruppen zusammen – eher mit Personen, die sich nach Möglichkeit noch nicht gut kennen; im Gespräch mit „Fremden“ entstehen ja eher neue Ideen und Perspektiven als „unter uns“… An Tischen auf Deck machen die Kleingruppen sich anhand von Übersichtskarten des künftigen Pfarreigebietes miteinander bekannt und zeigen sich gegenseitig Orte, die für sie wichtig, und Orte, die ihnen fremd sind. Dabei werden erste Fragen aufgeschrieben, die für das Leben in der Pfarrei der Zukunft wichtig sein können.

Am Ende des Rendez-vous weisen die Erkunder/in auf vier Tafeln hin und laden eindort die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Erkundung anzuzeigen. Die Bandbreite reicht von „Ich mache mit und habe schon eine konkrete Idee“ bis „Ich bin noch unsicher, möchte aber weiter informiert werden“. Über 80 Personen werden sich schließlich auf einer der vier Tafeln eingetragen haben…

Nach einem Segensgebet kommt von einem Tisch spontaner Gesang. „Wo zwei oder drei …“; so schließt der Abend mit einem Kanon. Unterwegs vom Schiff auf’s „Festland“ äußern viele Teilnehmer ihre Neugier auf das, was kommt; einige sprechen von ihrer Skepsis und manche von Unmut. Das Erkundungs-Team fährt in spannungsvoller Erwartung nach Hause: jetzt fängt es erst richtig an.

Übrigens: ein Nachfolgetreffen für alle, die konkreter in die Erkundungsphase einsteigenmöchten, ist für Donnerstag, den 9. August angekündigt.


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Wunderbare Initiativen entdecken und wertschätzen

Bischof Stephan Ackermann berichtet
als Miterkunder aus einer „Seh-Schule“ in Idar-Oberstein

Seit April sind die Erkundungsteams in unserem Bistum unterwegs. Mir ist es in dieser Phase wichtig, den Kontakt zu den Frauen und Männer zu halten. Sie sollen mir keinen „Rapport erstatten“. Aber ich bin neugierig, zu erfahren, was die Erkunderinnen und Erkunder so erleben.

Deshalb habe ich mir in der vergangenen Woche die Zeit genommen, mich als „Miterkunder“ zu betätigen. Zusammen mit dem Team war ich zuerst im nördlichen Saarland unterwegs, wo wir eine Frau getroffen haben, die Pilgertouren organisiert. Die Frau hatte sich beim „Rendezvous im neuen Raum“ gemeldet. In dem gut eineinhalbstündigen Gespräch haben wir erfahren, dass die Initiative aus einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela entstand. Heute ist die Frau mit Menschen, die sicher nicht alle kirchlich gebunden sind, vor allem auf den Pilgerwegen in unserer Region unterwegs. Die Art und Weise, wie und was sie erzählt hat, war beeindruckend. Es war offenkundig, dass sie mit ihrem Angebot ein Bedürfnis der Menschen trifft.

Bischof Stephan schreibt

Bischof Stephan als Miterkunder und AK-Moderator in Idar-Oberstein

Am Abend habe ich die „Seh-Schule“ in Idar-Oberstein besucht (Bericht der Pressestelle). Die authentische Art, mit der das Erkundungsteam hier agiert hat, hat mir gut gefallen. Dass der Bischof da ist, hat die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst erstaunt. Aber ich war ja nicht dabei, um Rede und Antwort zu stehen, sondern mitzuarbeiten. Deshalb habe ich mich auch bereiterklärt, eine Gruppenmoderation zu übernehmen. Wir haben uns auf Spurensuche begeben und versucht, die Perspektive, also die Blickrichtung von anderen anzunehmen. Keine leichte Aufgabe, gerade auch, weil einige Menschen gesagt haben, sie hätten auch große Sorgen um das Leben in ihrer Pfarrei. Ich habe versucht, diese Sorge als eine Art Energiebringer zu verstehen und zu deuten: Sorge zu haben bedeutet nämlich auch, dass uns etwas nicht egal ist!

Mein erstes Fazit ist: Ich nehme gerade im ehrenamtlichen Bereich ein großes Interesse an der Erkundungsphase wahr. Die Teams treffen auf Menschen, die neugierig sind und bereit, neue Wege zu gehen.

Mein zweites Fazit: Erkunden ist zeitintensiv und lebt von gutem Zuhören und Hinhören. Ich wünsche mir jetzt noch mehr als vorher, dass die Erkunderinnen und Erkunder viele wunderbare – alte und neue – Initiativen entdecken, diese wertschätzen und so den Menschen vor Ort Lust machen, für die Pfarreien der Zukunft den Boden zu bereiten.


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„Die Kirche bleibt im Dorf“ – Foren „Ländlicher Raum“

Plakat einladungAngekündigt sind zwei Foren zum Thema – am 25. August in Otzenhausen und am 15. September in Bitburg…

Sie suchen Informationen oder wollen sich direkt anmelden?

Dann bitten wir um ein wenig Geduld – und dass Sie auf www.bistum-trier.de/heraus-gerufen in den nächsten Tagen noch mal nachschauen, bitte; die Technik hat ein bisschen Verzögerung eingebaut.

Vielen Dank für Ihr Verständnis – und herzlich willkommen dann!


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Führen und Leiten in der Pfarrei der Zukunft

Bericht vom Studientag der pastoralen Berufsgruppen im Bistum

„Leiten und Führen in einer missionarisch-diakonischen Kirche“ war am 13. März 2018 Thema des Studientags, zu dem die Berufsverbände der GemeindereferentInnen (BVGR) und der PastoralreferentInnen (bvpr) zusammen mit der „Plattform P“ eingeladen hatten. (Die „Plattform P“ ist ein Zusammenschluss von Priestern im Bistum Trier). Wichtig war die Kooperation mit dem Synodenbüro und die Mitwirkung der Lebensberatung im Bistum Trier sowie des tpi Mainz.

Generalvikar Ulrich von Plettenberg begrüßte die 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – und begrüßte ausdrücklich auch die Initiative der drei pastoralen Berufsgruppen; er unterstütze sie dabei, das sehr wichtige Thema breit und intensiv zu diskutieren. Die pastoralen Berufsgruppen sollten den Schatz der Zusammenarbeit heben und gemeinsam Verantwortung wahrnehmen. Die Initiative aus der Praxis, sich mit Themen und Inhalten der Synodenumsetzung zu beschäftigen und dies Berufsgruppen- und Institutionenübergreifend zu tun, sei nachahmenswert.

Der Referent Prof. Dr. Thomas Schmidt war vielen TeilnehmerInnen aus Pastoral, Caritas, Lebensberatung, Generalvikariat und den Teilprozessgruppen bereits durch die pastoralen Studientage 2017 bekannt. Er ist Dozent für Organisationsethik und Leiter des Instituts „Wertewandel“ in Freiburg im Breisgau. Schmidt sprach unter der Überschrift „Pastoral +/- Management – Führen und Leiten in nachsynodaler Zeit“

Eine Teilnehmerin berichtet, was sie gelernt hat:

  • „Von Leiten und Führen zu sprechen, heißt über Management zu sprechen. Wichtig sind dabei Strukturen und Instrumente. In einer Organisation braucht es formalisierte Erwartungen an das Personal. (Hier kam die Frage auf: was ist mit den Ehrenamtlichen?).
  • Es braucht Klarheit in der Zielsetzung und in der Verfolgung der Ziele. Schließlich sind formalisierte Kommunikationswege hilfreich. Partizipation ist kein Allheilmittel; vielmehr muss es dosierte Partizipation und verantwortungsvolle, klare Entscheidungsträger geben. Dann können Ziele gesetzt und verfolgt werden. Es braucht einerseits geteilte Verantwortung und höhere Resonanzfähigkeit. Zugleich muss und kann Partizipation nicht bis ins Unendliche gesteigert werden; dann würde sie zum Problem, weil nichts mehr entschieden werden könnte.
  • Die fünf Grundfragen des Managements können dazu helfen, zu normativen, strategischen und operativen Zielen zu gelangen. Bei aller Zielsetzung ist entscheidend, ob auch evaluiert wird! Wir müssen uns auch mal eingestehen: da haben wir etwas nicht erreicht!

Aufgabe von Management ist es, für Beziehungs-Qualität („Führung“) und für Struktur-Qualität („Leitung“) zu sorgen. Beziehungsqualität ist genauso wichtig wie Strukturqualität: Beziehung lässt mich dem anderen begegnen, damit ich Feedback geben und hören kann; Strukturen helfen, zu planen, zu organisieren und zu kontrollieren. Wichtig ist für die und den EinzelneN, sich darüber klar zu werden: wo liegen meine Stärken; wo muss/kann ich noch nachlegen… Bin ich stärker in der Sorge für Beziehungs- oder für Strukturqualität? (Bei beiden Verantwortlichkeiten gibt es eine paradoxe Doppelverantwortung: Für Komplexitäts-Reduktion und Komplexitäts-Steigerung, für Ordnung und Störung.)

  • Gutes Management (im Sinne von Führung und Leitung) macht dann auch ordentliche Evaluation möglich, zum Beispiel mit Hilfe des PDCA-Zyklus („plan – do –check – act“): planen, handeln, überprüfen, neu handeln! Zur Ziel-Überprüfung helfen klare Strukturen; Feedback in der Selbst- und Fremdwahrnehmung ermöglichen einen Selbstlernprozess – dazubraucht es Beziehung! Über allem steht die Vision, das Leitbild der Organisation, ihr Auftrag und Sinn!
  • Mit den hier nur angedeuteten Management-Schritten können wir uns dann als Bistum auch selbst die Frage beantworten, was Führen und Leiten in einer missionarisch-diakonischen Kirche bedeutet: es geht um Management in einer Organisation, die sich die Vision „missionarisch-diakonisch Kirche sein“ über alles geschrieben hat. Wenn das gilt, muss dieses normative Ziel von allen verfolgt werden und ist indiskutabel.

Schmidt: Leitungsteams aus fünf Personen klar bevorzugt

In Kleingruppen diskutierten die TeilnehmerInnen anschließend Themen wie „Partizipatives Leiten“, „Wenn Ehrenamtliche leiten“, „Konflikte nutzen“, „Gut führen und geführt werden“ und „Leiten zwischen verhindern und ermöglichen“.
Prof. Schmidt hat deutlich befürwortet, immer von Fünfer-Leitungsteams in den Pfarreien der Zukunft auszugehen, die aus zwei Ehrenamtlichen und drei Hauptamtlichen bestehen sollen. So auch in seinem zweiten Impuls in Form einer Hoffnungs-Geschichte „im Futur2“:

Geteilte Verantwortung –
Kunst und Kultur des Pastoralmanagements

Eine Hoffnungsgeschichte

Die Anfänge liegen viele Jahre zurück: 2016 hatte in unserem Bistum bereits eine Synode stattgefunden und rechtzeitig eine Kurskorrektur eingeleitet, damit das Evangelium auch in Zukunft zu den Menschen kommen und die Kirche Anschluss behalten kann an die Veränderungen der Gesellschaft.

Erinnern Sie sich noch an damals? Wie jung wir damals waren und wie unsicher angesichts des Aufbruchs? Und wie gut es getan hat, dass damals die Erkundungsteams losgezogen sind, um tatsächlich neue Wege zu suchen? Das muss ungefähr auch die Zeit gewesen sein, als Frau Wohlgemut in unsere Pfarrei gezogen ist mit ihren zwei Töchtern.
Und ich erinnere mich noch genau, wie wir damals gerungen haben um die neuen pastoralen Räume und um neue Formen kollegialer Leitung. Ja, Leitung haben wir das damals genannt, als ob Führung keine Rolle spielen würde oder nur ein Privileg wäre für die Spitze der Hierarchie. Schon komisch, welche Einwände uns da eingefallen sind. „Voll retro“, hätte mein Sohn damals gesagt! Und von Management zu sprechen als Doppelaufgabe, daran mussten wir uns auch erst gewöhnen. Krass, oder?

Aber so war das damals eben. Ich will ja nicht abschweifen. Ich wollte doch die Neuigkeit erzählen von Frau Wohlgemut und ihrem Firmprojekt. Nein, nicht Firmenprojekt: das Projekt zur Firmung. Oder zur Firmkatechese. So hätte man das wohl vor 20 Jahren noch genannt.

Aber die Zeit der Unterweisungen von oben herab ist ja gottseidank vorbei. Mystagogische Firmprojekte, das erinnert mich gleich an den heiligen Karl Rahner. Wie lange das gedauert hat bis zu seiner Kanonisation …. Okay, Ihr habt Recht, ich schweife schon wieder ab.

Aber tatsächlich können wir froh sein, dass wir schon 2020 mit der Erprobung neuer Managementmodelle begonnen haben. Schaut Euch doch mal um: Wo stehen denn die armen Diözesen heute, die damit erst auf den letzten Drücker begonnen haben? „Fusion aus Finanzgründen“, da möchte man doch nicht tauschen. Also, ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir im Bistum Trier dieses 5er-Gremium eingeführt haben, auch als in den Zwanzigern viel Gegenwind kam: Von wegen Pfarrer nicht lernfähig oder Ehrenamtliche überfordert! Da mussten wir ganz schön aufräumen unter unseren Lieblingsvorurteilen. Und es waren auch nicht immer nur die üblichen Verdächtigen mit ihren Regressionsphantasien zurück zur ecclesia triumphans. Da war auch jede Menge Angst im Spiel vor einem regelrechten Identitätsverlust. Ich bin noch heute beeindruckt, wie viele Pfarrer sich mit uns auf die Suche gemacht haben nach neuen Steuerungsmodellen. Unsere Rollen haben sich doch damals alle ganz gehörig verändert. Aber heute? Heute wünscht sich kaum jemand eine Rolle rückwärts!

Der Professor aus Freiburg – jetzt ist er ja im Ruhestand…

Jetzt aber wirklich zu den Neuigkeiten: Ihr habt ja mitbekommen, dass seit 2030 eine neue Pastoralstrategie für unsere Pfarrei der Zukunft in Kraft ist. Und wir können ja auch mit Recht stolz darauf sein, wie viele sich vor zwei Jahren an diesen Strategie-Workshops beteiligt haben. Ihr wisst aber auch, dass dieser Professor aus Freiburg, ja, der jetzt im Ruhestand ist, dass der damals geunkt hat, fünf Strategie-Projekte auf einmal würden wir nicht schaffen. Der wird sich noch wundern …

Was für ein Glück, dass wir nun diese kluge Gemeindereferentin im Fünfer-Team haben, die die Nutzen-Kommunikation der Strategie-Projekte übernommen hat. Sonst wäre das Ding mit dem Firmprojekt Go Future! gar nicht aufgefallen und Frau Wohlgemut hätte vermutlich alles hingeschmissen, obwohl sie doch in unserem Leitungsteam bekanntermaßen die Beste ist nach allen Kriterien unseres diözesanen Management-Manuals. Ihr wisst schon: Führen und Leiten brauchen Feedback, und was da so alles an Kriterien drinsteht.

Ich glaube ja, dass wir noch etliche „Wohlgemute“ in unseren Reihen haben. Vor allem, seitdem die Geistlichen Gemeinschaften in unserer Pfarrei so viel Zulauf haben. Aber leider sind alle Plätze im diözesanen Projektmanagement-Training ausgebucht. Nur gut, dass wir den Projekt-Coach unserer Nachbarpfarrei ausleihen konnten. Die hatten sich ja schon vor uns auf solides Projektmanagement und Strategiecontrolling verständigt. Unglaublich, dass es das bis vor kurzem nur vereinzelt gab.

Okay, ich hab’ verstanden: Ihr wollt jetzt in die Arbeitsgruppe zurück. Also dann im Telegrammstil: Frau Wohlgemut hat tatsächlich alle Vereinbarungen aus dem Strategie-Prozesseingehalten: Das Firmprojekt war dem Strategieziel Neue diakonische Gemeinschaften gewidmet. Die Projektskizze war genehmigt worden, waren ja auch alle w-Fragen drin. Der Pfarrer und sie hatten vor Monaten die Vereinbarung unterschrieben. Mit Meilensteinen, Budget und allem was dazu gehört. Auch die Freigabe vom Gemeinsamen Pfarrgemeinderat lag längst vor. Sogar die ersten Kooperationspartner für das Firmprojekt in Caritas u. Diakonie waren schon gewonnen.

Soll es am Geld scheitern…?

Und dann kommt raus, dass der Finanzausschuss im Kirchengemeinderat, so als sei alles noch wie damals zu Zeiten des Verwaltungsrates, klammheimlich alle Projektbudgets pauschal um 20 Prozent kürzen wollte, nur weil die Wallfahrtskapelle im Dorf des Vorsitzenden zum Jubiläum renoviert werden soll und der Zivilgemeinde die Mittel fehlen. Ja, genau die Kapelle, die niemand mehr nutzt.

Aber zum Glück hat sich unsere Gemeindereferentin als Ressortverantwortliche für die Finanzen das nicht bieten lassen und gleich Aufschluss über den Investitionsplan eingefordert. Und so kam dieses Vorhaben einer nicht-stragiefokussierten Mittelverwendung ans Licht. Angeblich hätte man das bereits damals im Zuge des letzten Finanzskandals im Bistum Hinter den Bergen so besprochen.

„Heimat“ und Verbundenheit

Das Ende vom Lied: Herr Gnausig als Vorsitzender des Finanzausschusses war natürlich sauer und hat Frau Wohlgemut mangelnde Heimatverbundenheit vorgeworfen und mit seinem Rücktritt gedroht. Die aber hat sich ihrerseits nicht beeindrucken lassen, zumal die anderen vier vom Fünfer-Gremium sich hinter sie gestellt und den Finanzausschuss auf die Transparenzrichtlinie von 2025 und auf die gemeinsamen Vereinbarungen im Strategie-Prozess verwiesen haben.

Und stellt Euch vor: Obwohl der Pfarrer doch so eng mit Herrn Gnausig befreundet ist, hat er ihm nahegelegt, sein Engagement zu überdenken und sich dafür ausgesprochen, die Angelegenheit auch offiziell im diözesanen Mediationsausschuss zu besprechen, natürlich nur, wenn das vorherige Gespräch mit unserer zuständigen Mediatorin nicht einvernehmlich enden sollte.

Da sieht man doch: Das Team-Coaching zum Qualitätskriterium ‚Strategieentscheidung‘ hat sich offensichtlich gelohnt. Die Geschichte hat sich natürlich wie ein Lauffeuer verbreitet. Und das Beste daran: Sie wurde auch in der Taufbewerbungsgruppe besprochen. Und daraufhin haben sich zwei Mitglieder entschieden, sich taufen zu lassen. Diese kollegiale Konfliktkultur und die Deutung der Konfliktbearbeitung als geistlichen Prozess, prof schmidtdas hat sie offenbar genauso beeindruckt wie unser neues Geistliches Zentrum im Sozialen Brennpunkt. Fazit: Gutes Projektmanagement, integriert in die Strategie der Gemeinde, transparenter Umgang mit Konflikten und kollegiale Beratung im Geist des Evangeliums. Wer hätte seinerzeit gedacht, was die Synode alles in Bewegung bringen wird.

© www.werte-wandel.de – Thomas Schmidt

Weiter gemeinsam Themen setzen und bearbeiten

Berufsverbände und Plattform P, Mitglieder aus TPGs und der Steuerungsgruppe zogen zusammen mit Prof. Schmidt ein positives Fazit über den Studientag. Die Zusammenarbeit der pastoralen Berufsgruppen, gerade auch unter Mitwirkung anderer Professionen, soll weitergehen: „Wir wollen die Zukunft gemeinsam gestalten; wir haben eine gute und ermutigende Erfahrung gemacht, die uns zeigt, dass es sich lohnt, gemeinsam Themen zu setzen und daran zu arbeiten“. (Sandra Jungbluth, Sprecherin des bvpr)


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Auf Augenhöhe

Die Teilprozessgruppe „Aufbau-Organisation und Leitungsteam der Pfarrei der Zukunft“ schlägt für das Leitungsteam ein angeglichenes Bewerbungsverfahren vor.

Resonanz-Treffen am 27. April

„Dies ist eine Veranstaltung der Teilprozessgruppe (TPG) „Aufbau-Organisation und Leitungs-Team der Pfarrei der Zukunft“: Die TPG sucht das Gespräch mit Ihnen und stellt ihren derzeitigen Erkenntnis-Stand vor – kein Ergebnis und eigentlich auch kein Zwischen-Ergebnis…“ Eine solche Klarstellung war hilfreich für den Resonanz-Nachmittag der TPG – und auch für diesen Bericht: Was hier skizziert werden kann, ist immer „nur“ Arbeitsstand – es gibt noch nichts „Finales“ oder Ausdiskutiertes.

Deswegen konnten die rund achtzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch unbefangen und kritisch ihre Anfragen und Einwände einbringen, waren zu manchen Themen ausdrücklich um eine Meinungsbild gefragt und sind auch weiterhin eingeladen, weitere Vorschläge oder Gegenstimmen schriftlich an die TPG zu senden – manchmal bleibt in der Gesprächs-Situation einer so großen Gruppe ja doch das eine oder andere ungesagt, was eigentlich aber gesagt sein sollte.

Zwei große Arbeits-Aufträge hat die TPG; deswegen hatte sie den Nachmittag aufgeteilt in die Themen-Felder „Aufbau-Organisation“ und „Leitungsteam“, wobei das Leitungsteam natürlich so aufgestellt werden muss, dass es mit der Aufbau-Organisation gut umgehen kann.

Pfarrei der Zukunft: Aufbau und Organisation

Skizze liegt auf Stuhl

Skizze der AufbauOrganisation einer Pfarrei der Zukunft

Mit Blick auf Aufbau und Organisation der Pfarrei der Zukunft (PdZ) wurde schnell deutlich, dass ganz neue Vorstellungen entstehen müssen. Die Vorschläge der TPG dazu lassen die vorhandenen Strukturen und kirchlichen Orte in der künftigen Pfarrei zunächst einmal außen vor und schauen auf die Menschen und ihre ganz verschiedenen Lebens-Situationen. Diesen Lebens-Situationen könnten „Handlungsfelder“ entsprechen, die in großen Zügen aufnehmen, was die Menschen bewegt und beschäftigt. Da ist beispielsweise die Rede von den Handlungsfeldern „Familie“, „Gesellschaft und Schöpfung“, „Gottesdienstliches Leben im Kirchenjahr“, „Krankheit Tod Trauer“, „Ökumene“. Die meisten Handlungsfelder würden wiederum in „Teilhandlungsfelder“ unterteilt sein können; und in deren „Teilbereichen“ wiederum findet das christlich-kirchliche Leben vor Ort im weiten Raum einer Pfarrei der Zukunft statt. „Teilbereich“ könnte ein Projekt von und für Familien sein, ein Pfadfinder-Stamm, eine oder mehrere Basisgemeinschaften oder Bibelkreise – aber auch zB die Seelsorge in einer Klinik oder die soziale Arbeit in einem „Brennpunkt“-Stadtteil.

Vorschlagen wird die TPG, dass alle „Teilbereiche“ ebenso wie weitere Gruppen oder „Themenzentren“ im jeweiligen „Teilhandlungsfeld“ miteinander vernetzt sein sollen und die Teilhandlungsfelder miteinander im jeweiligen Handlungsfeld. Diese Vernetzung begleitet jeweils ein Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei der Zukunft in einer „Handlungsfeldkonferenz“. (Dieser noch etwas sperrige Arbeitstitel soll schon andeuten, dass es eigentlich nur selten scharfe Abgrenzungen des einen gegen die anderen Bereiche geben könne – schon weil die Menschen oft sozusagen in mehreren verschiedenen Bereichen unterwegs sind.)

Kirch-Orte: Wo Kirche und Christsein sich ereignen

Als „Kirch-Orte“ schlägt die TPG vor, (Lebens-)Situationen und / oder gesellschaftliche Ereignisse und auch territoriale Orte zu betrachten, an denen Menschen miteinander Kirche und Christsein gestalten. Da sind also zwar auch Kirchen und andere Räume, Dörfer und lokale Gruppen mitgedacht; mindestens gleich wichtig wird aber sein, dass es viele andere Ereignis-Orte von Kirche gibt, weil die Menschen sich vielseitig und räumlich unübersichtlich engagieren oder zusammenfinden und dabei auch Kirche „sich ereignet“. Das führt die TPG dazu, von „Kirch-Orten der Pfarrei“ mit Anbindung an die Pfarrei oder von „Kirchorten in der Pfarrei“ mit weniger enger oder auch gar keiner direkten engen Anbindung an die Pfarrei zu sprechen.

In dieser Richtung ließe sich vielleicht auch die Antwort auf eine Frage finden, die in den Gesprächsrunden des Resonanz-Tages mehrfach gestellt wurde: Ob die TPG wirklich alle Menschen im Blick hat, wenn sie beschreibt, für wen die Pfarrei der Zukunft da zu sein hat. Oder ob sie im Grunde wieder vor allem Menschen in irgendwelcher Art von kirchlicher Bindung in einem doch wieder traditionellen Sinn. Hilfreich könnte dabei auch sein, dass Teilhandlungsfelder oder Teilbereiche der künftigen Pfarrei auch mit „nicht-kirchlichen“ Partnern zusammenarbeiten (und dabei gelegentlich nur ein kleiner „Player“ unter vielen sein) werden.

Für die weitere Arbeit: Der TPG mitgegeben…

Zettel in den Händen einer Teilnehmerin

Die TPG nimmt Notizen aus den Gesprächskreisen mit

Einige gaben der TPG für die weitere Arbeit auch mit, „Erkundung“ oder „Blick auf die Zeichen der Zeit“ als Aufgabe jedes Teilhandlungsfeldes zu beschreiben; damit würde schon von Anfang an signalisiert, dass die neue Aufbau-Organisation eben mehr sein soll als eine neue Struktur, die da jetzt starr errichtet werden könnte.

Wenn Handlungs-Felder und Teilhandlungsfelder auch Grundlage für Ausschreibung und Besetzung der Stellen des pastoralen und des anderen Personals der Pfarrei der Zukunft sein könnten, erwarten Resonanz-PartnerInnen eine eher detaillierte Beschreibung dieser Felder in der jeweiligen Pfarrei und der Denkprozesse, die zu der konkreten Beschreibung geführt haben. Eine solche Beschreibung von Prozessen könnte auch verhindern, dass die Lebenswirklichkeit in neue Kästen einsortiert würde.
Schwierig vorstellbar scheint jedenfalls zu sein, wie der Übergang aus den bisherigen Strukturen in die neue Aufbau-Organisation sich gestalten kann: Sollte die Bistumsleitung die neue Organisation zum Start der Pfarreien der Zukunft („von oben“) setzen – und wie integrieren sich dann die bisherigen Strukturen und die bisher aktiven ehrenamtlichen und hauptamtlichen MItarbeiterInnen? Oder wird gesetzt, dass die (am 1. Januar 2020) errichtete Pfarrei der Zukunft in den nächsten fünf Jahren in die neue Aufbau-Organisation hineinwächst, neue Teilbereiche und Handlungsfelder entwickelt, bestehende neu aufstellt und in den neuen Rahmen überführt und manches auch verabschiedet? Gewichtige Argumente scheint es für beide Ansätze zu geben.

Als weitere offene Fragen nahm die TPG mit:

  • Wie beschreibt man Querschnitt-Aufgaben etwa der Kirchenmusik?
  • Wie zentral oder dezentral ist in dieser Aufbau-Organisation das Pfarrbüro gedacht?
  • Konkretisiert die Verwaltungsaufgaben – und ihre Aufteilung in Aufgaben der Pfarrei der Zukunft einerseits und der Bistums-Verwaltung als Dienstleister andererseits!
  • Beschreibt, wie dafür gesorgt werden kann, dass in den PdZ sich Neues entwickelt, ohne dass „Altes“ entwertet oder geringgeschätzt wird – auch wenn es heute zu verabschieden ist!

Das Leitungsteam der Pfarrei der Zukunft

Welter und Stockschlaeder

Im Leitungsteam der TPG: Benedikt Welter und Nicole Stockschlaeder

Wenn die Teilprozessgruppe von „Leitung“ spricht, meint sie damit „Ermöglichung und Steuerung“. Bis zum Resonanztreffen am 27. April hat die TPG vor allem über die hauptamtlichen Stellen im Leitungsteam nachgedacht und zum Thema auch externe Expertise eingeholt. „Leiten im Team“ ist für den kirchlichen Bereich eine bisher eher ungewöhnliche Vorstellung.

Wichtig erscheint der TPG, dass alle im Leitungsteam (LT) „auf Augenhöhe“ miteinander arbeiten, also (abgesehen von den spezifisch priesterlichen Aufgaben des Pfarrers im Leitungsteam) die gleiche Leitungskompetenz haben. Dazu soll ein angeglichenes Bewerbungs- und Einstellungs-Verfahren beitragen – alle potenziellen Teammitglieder nähmen an gemeinsamen Workshops teil und erfahren dabei, welche Charismen und Fähigkeiten, welche Vorstellungen von Pastoral und Leitung und welche besonderen Kompetenzen sie und die anderen einbringen könnten. Dieses angeglichene Verfahren fand breite Zustimmung – auch wenn Differenzierungen erforderlich sein könnten.

Gemeinsame Aufgaben – verteilte Aufgaben im Leitungsteam

Für das jeweilige Leitungsteam beschreibt die TPG dann gemeinsame Zuständigkeiten (einige Resonanzen sagten: Das ist zu umfangreich) und Zuständigkeiten für eines oder mehrere Aufgabenfelder (s.o.). Dazu würde es gehören, dass das LT-Mitglied einerseits Konferenzen und Vernetzung im Handlungsfeld initiiert und begleitet, andererseits FachvorgesetzeR für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist. Außerdem wäre das LT-Mitglied für das Budget- und Ressourcen-Management im jeweiligen Handlungsfeld verantwortlich (immer im Sinne einer noch zu regelnden Zusammenarbeit mit synodalen Gremien, auf der Grundlage der Synodenergebnisse und der Vorgaben des Bistums und den im Handlungsfeld Aktiven.)

Marker und Karten - teilweise in der Sonne

Arbeitsmaterial bei der Gruppenarbeit

Zu den gemeinsamen Aufgaben des Leitungsteams sollte es u.a. gehören, die Entwicklungsziele, den Stellenplan und die Stellenprofile der PdZ zu entwickeln und die PdZ gegenüber öffentlichen Institution und in der Öffentlichkeit überhaupt und auch gegenüber dem Bistum zu vertreten. Alles in Abstimmung und Kooperation mit den jeweiligen synodalen Gremien auf den verschiedenen Ebenen der Pfarrei der Zukunft und des Bistums. Eine noch zu klärende Geschäftsordnung des Leitungsteams soll diese Verfahren und die Rollen und Funktionen der einzelnen Mitglieder beschreiben.

Alle Mitglieder des Leitungsteams werden vom Bischof berufen und beauftragt. Fachaufsicht über sie sollen Bischof und Generalvikar haben. Hier gab die Resonanz-Gruppe der TPG mit, die Fachaufsicht so zu gestalten, dass der Generalvikar sie auch delegieren kann – zB auf die Ebene der drei Visitationsbezirke.

Leitung / Führung auf Zeit

Blatt - eingerollt in einer linken HandAngedacht ist eine zeitlich begrenzte Übertragung einer Leitungsaufgabe (Führung auf Zeit); dazu gab es breite Zustimmung im Plenum des Resonanz-Treffens. Im Blick ist auch, dass es möglich sein muss, die hauptamtlichen Stellen im LT nur mit Teilzeit-MitarbeiterInnen zu besetzen – offene Frage: Sind dann bis zu sechs „halbe“ Hauptamtliche im LT? Und: wie beschäftigt man Ehrenamtliche in Teilzeit – statt zwei „voller“ bis zu vier „Halbzeit“-Ehrenamtliche?

Weiter zu bedenken: Die „Ehrenamtlichen“ im Leitungsteam

Jedenfalls gibt das Resonanztreffen der TPG für die weitere Arbeit mit: Sie muss das ganze Thema „Ehrenamtliche (e.a.) Mitglieder des Leitungsteams“ noch bedenken – und das wäre dann auch noch einmal mit den Vorstellungen für die hauptamtlichen Stellen abzugleichen:

  • Wie finden sich die Ehrenamtlichen?
  • Werden sie gewählt (von wem) und wie die Hauptamtlichen auch vom Bischof ernannt / berufen? (Hier entstand die Frage, ob und warum nicht auch die Hauptamtlichen im Leitungsteam gewählt werden sollten – oder sich im synodalen Gremium einer Vertrauensabstimmung o.ä. zu stellen hätten.)
  • Nehmen e.a. potentielle TeamerInnen an den Bewerbungs-Workshops teil?
  • Kann die von der Synode geforderte kaufmännische Kompetenz im Leitungsteam auch ehrenamtlich dargestellt werden?
  • Kann die ehrenamtliche Mitgliedschaft gleich lang befristet werden wie die hauptamtliche?
  • Können Ehrenamtliche Fachaufsicht über hauptamtliche MitarbeiterInnen (auch in der Pastoral) wahrnehmen?
  • Welche Qualifizierungs-Angebote brauchen die Ehrenamtlichen im Team?
  • Wie gleicht sich der (anfängliche) „Heimvorteil“ der Ehrenamtlichen gegenüber den Hauptamtlichen aus. (Die EA werden voraussichtlich aus der PdZ kommen – die HA eher nicht…)

Viele offene Fragen – was kein Wunder ist: alles, was die TeilprozessGruppe bei diesem Treffen vorstellen konnte, sind Schlaglichter auf den derzeitigen Diskussions-Stand; nur sehr wenig ist schon weitgehend „geklärt“. Viele Schnittstellen und viele Gespräche mit anderen TPG werden schon und sind noch zu führen – sowohl mit der TPG „Verwaltungsprozesse“ (zum breiten Aufgabenfeld „Verwaltung“) als auch vor allem mit der TPG „Rahmenleitbild der PdZ“. Gerade die Gespräche mit dieser TPG werden eine mehr inhaltliche Füllung von Begriffen wie „Kirch-Orte“, „Handlungs- und Teilhandlungs-Felder“ etc bringen, die bei diesem Resonanztreffen doch sehr abstrakt und theoretisch gesetzt erscheinen konnten.

 

Die nächsten Schritte der TPG / weitere Resonanz

Als nächste Schritte hat die TPG angekündigt: Sie dokumentiert, was sie von diesem ersten Resonanz-Treffen mitbekommen hat und wie sie damit weiter umgehen will; darüber informiert sie auch alle, die am Treffen teilgenommen haben. Eventuell gibt es spezielle Rückfragen an alle oder einzelne, gegebenenfalls auch die Bitte um weitere Resonanz – ob in Form eines weiteren Treffens oder in Form einer zB schriftlichen Befragung, wird sich ergeben.

Ein sehr dichter und anspruchsvoller Nachmittag endete damit, dass TPG und Resonanz-Gruppe sich und die heutige und künftige Arbeit ausdrücklich unter das Evangelium stellte – unter anderem mit Matthäus 20,26

„Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Großen ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“


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Was im Ohr bleibt

Nachklang der Resonanzveranstaltung
zum Rahmenleitbild der Pfarrei der Zukunft

Resonanz wahrnehmen bedeutet so viel wie ein Echo auf bisher Gesagtes spüren, gut hinhören… – Die Akustik bei der Resonanzveranstaltung der Teilprozessgruppe (TPG) „Rahmenleitbild der Pfarrei der Zukunft“ am 21. April in Trier war ausgesprochen gut. In der inspirierenden Atmosphäre der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums wurde jeder gehört, es blieb Raum zum „Mauscheln“, aber auch für eindeutige Töne. Die grundlegende Tendenz, dass die TPG auf dem richtigen Weg sei, war neben vielen konstruktiven Vorschlägen für die Weiterarbeit deutlich wahrnehmbar.

Die großen Linien des bisherigen Erarbeitungs-Prozesses vorstellen und mit Resonanzpartnerinnen und -partnern über die Zwischenergebnisse ins Gespräch kommen: Zu diesem Zweck hatte die TPG Rahmenleitbild rund 90 Akteure der Pfarreien der Zukunft eingeladen, darunter Ehren- und Hauptamtliche, z.B. aus den Bereichen Pastoral, Caritas, Beratung, Schule, Jugendarbeit, sowie Vertreter der Verbände, aus Kommunen und dem Bischöflichen Generalvikariat.

Auftrag der TPG ist es, eine „verbindliche diözesane Rahmensetzung für das kirchliche Handeln in der Pfarrei der Zukunft“ in Form eines Leitbildes zu erarbeiten; sie soll dabei Raum lassen „für die notwendigen Konkretisierungen“ vor Ort (Infos zum Auftrag und zur TPG). Bereits im Auftrag steckt eine Spannung zwischen Verbindlichkeit und Freiheit, die auch am Tag des Resonanztreffens deutlich spürbar wurde: Wie können die Inhalte der Synode nachhaltig und überprüfbar in die Arbeit der Pfarreien der Zukunft einfließen? Welche Formen der Qualitätssicherung soll es geben? Wie kann man diesen Qualitätskriterien verbindliche Gültigkeit zusprechen, ohne die pastoralen Planungen vor Ort einzuengen? „Das Rahmenleitbild soll Lust machen, sich innerhalb des Rahmens zu bewegen. Es soll Raum lassen für Partizipation und lokale Ausgestaltungsmöglichkeiten.“ So Ulrich Stinner, Mitglied des Leitungsteams der TPG. Gleichzeitig müsse das Rahmenleitbild einen weitreichenden Selbstlernprozess anregen und bedürfe der Evaluation.

Lernende Kirche unterwegs

Eine Kirche, die unterwegs ist und in der Menschen und Organisation voneinander lernen wollen: Dort soll es hingehen. Dazu brauche es eine Kultur des Miteinanders und der Begegnung auf Augenhöhe – oder, wie es ein Teilnehmer formulierte: „Man muss zu zweit eine Runde drehen.“. Wichtig seien auch Fehlerfreundlichkeit und Offenheit sowie Zeiten der Unterbrechung, betont Rita Schneider-Zuche vom Leitungsteam. „Wer keine Muster unterbricht, kommt nicht in neues Denken.“ Diese Erfahrung habe die TPG selbst auch gemacht. Muster-Unterbrechung lade zur Standortbestimmung, zur Neuvergewisserung ein: Wie gestalten wir die Erstkommunion derzeit? Kann es in Zukunft neue, fruchtbarere Wege geben? Ist immer das Kirchengebäude der Ort für den Gottesdienst oder wäre der Gottesdienst auch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung denkbar, einem anderen „Ort von Kirche“?

Nicht nur von Muster-Unterbrechung sprechen, sondern diese auch leben: So lautete das Tagesmotto am 21. April. Der Resonanztag wurde kurzerhand genutzt, um die in der TPG kultivierten Haltungen und „Muster des Gelingens“ mit einem größeren Publikum zu erproben und durch neue zu ergänzen. Etwa durch eine Kontaktphase zu Beginn, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Aula spazierten, eine Bewegungseinheit nach der Mittagspause oder eine biblische Unterbrechung zwischendrin… Die neuen Methoden kamen gut an und trugen zu einer dynamischen Arbeitsatmosphäre bei. Über den Tag hinweg wurde motiviert und konzentriert gearbeitet – sogar in der Mittagspause. So wurde aus der Essens-Schlange kurzerhand die „Schlange des Dialogs“.

Konkret: Wie sieht das Rahmenleitbild dann aus?

Was gehört alles in ein solches Rahmenleitbild? Welche Kapitel könnte es möglicherweise haben? Im ersten Block wurde das vorläufige Modell des Rahmenleitbildes mit seinen drei zentralen Elementen diskutiert: „synodaler Rahmen“, „pastoral vor Ort planen und umsetzen“ und „pastorale Arbeit auswerten und weiterentwickeln“. Grundlage sind das Synodendokument und die darin angeregte spirituelle Selbstvergewisserung, die dem diakonisch-missionarischen Handeln in den Pfarreien der Zukunft den Boden bereiten will: Wozu sind wir Kirche und wie gestalten wir als solche gesellschaftliche Herausforderungen im Sozialraum mit? Das Rahmenleitbild soll helfen, die Inhalte der Synode in konkretes Handeln umzusetzen. Wie die Arbeit vor Ort reflektiert und weiterentwickelt werden kann, damit beschäftigt sich schließlich ein weiteres Kapitel.

Das Modell stieß bei den Resonanzpartnerinnen und -partnern auf große Akzeptanz. Stärker differenziert werden müsse noch die Rolle der Haupt- und Ehrenamtlichen; und ganz wichtig sei es, das Rahmenleitbild in einfacher Sprache zu verfassen, für jede und jeden verständlich.

Sinnvolle Begriffe finden / Begriffe miteinander klären

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Begriffsarbeit: Was ist ein „Netzwerk“, was ein „Themenzentrum“? Worin unterscheiden sich „Kirch-Ort“ und „Pfarr-Ort“? Könnte es, ganz im Sinne der Muster-Unterbrechung, sinnvoll sein, von „Orten von Kirche“ statt „Kirchorten“ zu sprechen, um nicht zu schnell nur die alte Pfarrei oder lediglich das Kirchengebäude zu meinen? Ist nicht auch eine katholische Kita „Ort von Kirche“? Kann man vom „Netzwerk Pfarrei der Zukunft“ sprechen oder sind es nicht vielmehr die Akteure, die sich vernetzen? – Die Arbeit an den Begriffen des Rahmenleitbildes und ihrer Trennschärfe gestaltete sich als besonders herausfordernd. „Die Begriffe sind durch die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereichert worden“, resümiert Dr. Michael Kneib vom Leitungsteam. Der Austausch habe zudem gezeigt, dass man sich fragen müsse: Wie viele Begriffe braucht und wie viele erträgt ein Rahmenleitbild?

Wie geht es nun weiter? Um die Breite der Meinungen einzufangen, brauche es zunächst eine gute Nacharbeit, so das Leitungsteam. Die Ergebnisse nutze man dann für die sich stetig verdichtende Arbeit an den unterschiedlichen Teilaspekten. Außerdem stehe es nun an, Schnittstellen zu anderen TPGs zu bearbeiten. „In jedem Fall“, so versichert das Leitungsteam, „werden die Klänge der Resonanzveranstaltung in der Arbeit der TPG nachschwingen“.

(Dieser Bericht verdankt sich einem Interview mit dem Leitungsteam der TPG „Rahmenleitbild der Pfarrei der Zukunft“, bestehend aus Rita Schneider-Zuche, Dr. Michael Kneib und Ulrich Stinner – von Carmen Schröder, Mitglied der AG Kommunikation.)


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erkunden und entdecken…

Es ist immer mal gut, den Alltag zu unterbrechen und sich zu fragen, was eigentlich so läuft und wie es läuft. Viele tun das sowieso jeden Tag, abends oder mal zwischendurch. Schauen zurück und fühlen noch mal, wie das Leben sich angefühlt hat heute, was gelungen ist und was eher weniger rund geblieben ist…

Früher hieß das „Gewissens-Erforschung“; und war oft so ein „Ich stelle fest und bereue, dass ich gesündigt habe…“

Im Wort zum Tag auf SWR 2 habe ich das mal weitergedacht und auf die Erkundung angewendet, die jetzt in den geplanten 35 Pfarreien der Zukunft beginnt – aber lesen oder hören Sie einfach selbst!?

Weil: Ob und wozu die Kirche weiterhin gebraucht wird, das entscheidet sich in erster Linie vor Ort, da,  wo Menschen leben und lieben und glauben. Da ist bestimmt noch viel zu entdecken.