heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen

Blog zur Umsetzung der Synode im Bistum Trier


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Gemeinsame Verantwortung

Die Pfarreien der Zukunft im Bistum Trier sollen von Teams geleitet werden, die sich aus jeweils drei Hauptamtlichen und bis zu zwei ehrenamtlich Engagierten zusammensetzen. Über das Neue an diesem Konzept und wo man sich darüber informieren kann, spricht Michaela Tholl, Leiterin des Arbeitsbereichs Ehrenamtsentwicklung im Bischöflichen Generalvikariat.

Was bedeutet das neue Leitungskonzept für die Pfarreien der Zukunft für ehrenamtlich Engagierte?

Dass Ehrenamtliche durch einen Sitz im Leitungsteam an allen zentralen Entscheidungsprozessen der Pfarrei der Zukunft unmittelbar beteiligt sein werden, ist bisher beispiellos innerhalb der deutschen Bistümer. Neben den Mitwirkungsmöglichkeiten in den Gremien bedeutet diese Rolle eine weitere Entwicklungsstufe zu einer beteiligungsorientierten Kirche.

Welche Chancen ergeben sich daraus?

Im Leitungsteam können die ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter ihre Perspektiven einbringen, wie Kirchenentwicklung weitergedacht werden kann, und entsprechend mitentscheiden. Das Leitungsteam hat auf diese Weise Personen „mit im Boot“, die eng im Kontakt mit den Menschen in der Pfarrei sind. Darüber hinaus übernehmen die Ehrenamtlichen im Leitungsteam „Modellfunktion“ für eine mündige und verantwortungsbereite Kirchenmitgliedschaft. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für die Mitarbeit im Rat der Pfarrei.

Kann diese gemeinsame Leitung wirklich gleichberechtigt sein?

Ja, das kann sie auf jeden Fall. Es bedarf dazu klarer Regeln und verabredeter Arbeitsweisen, z. B. wie das Leitungsteam zu Entscheidungen kommt. Das Team muss Rücksicht nehmen auf die zeitlichen Ressourcen der Ehrenamtlichen, und zugleich müssen die hauptberuflichen Mitglieder gut arbeiten können. Ich will die Herausforderung, die in gemeinsamer Leitung steckt, gar nicht kleinreden: Es wird ein miteinander Lernen sein; der Respekt voreinander und eine entsprechende Haltung wird das ermöglichen. Eine gleichberechtigte Mitarbeit im Leitungsteam hängt deshalb auch zu einem gewissen Teil von den konkret Beteiligten ab. Die Führungs- und Leitungskompetenz wird sich schon in der Zusammenarbeit im Team zeigen. Deshalb wird die Begleitung der Leitungsteams am Anfang sehr wichtig sein.

Sie haben die Arbeitsweisen schon angesprochen: Was heißt das für die Arbeitsorganisation?

Eine angemessene Aufgabenverteilung, verlässliche Absprachen, guter Kommunikationsfluss und ein Zeitmanagement, mit dem gewährleistet wird, dass die notwendigen Vereinbarungen gemeinsam getroffen werden können, sind wichtige Eckpfeiler der Arbeitsorganisation. Die Begleitung, Ausstattung und Unterstützung der Ehrenamtlichen ist dabei wichtig. Sie brauchen einen Zugang zum Pfarrbüro und zu allen pfarrlichen Einrichtungen. Sie müssen auch mit der notwendigen Technik ausgestattet sein, kurz: Es muss sichergestellt werden, dass sie alles haben, was sie brauchen, um ihren Dienst gut tun zu können.

Kann die Beteiligung von Ehrenamtlichen im Leitungsteam nicht auch eine zeitliche Überforderung bedeuten? Und müssen sie die gleiche Arbeit leisten wie Hauptamtliche – nur unbezahlt?

Selbstverständlich müssen Ehrenamtliche nicht das Gleiche leisten wie Hauptamtliche. Diese stehen in einem arbeitsrechtlich geregelten Dienstverhältnis. Neben der zu erbringenden Arbeitszeit und der Sicherung des Lebensunterhalts sind bei den Hauptamtlichen die fachlichen Anforderungen, die Aufgaben und der verbindliche Gewährleistungsrahmen geregelt. Bei den Ehrenamtlichen ist es grundsätzlich so, dass sie ihre Zeit und Kompetenzen freiwillig einbringen, in der Regel neben Beruf und Familienarbeit. Deshalb beginnt bei der Rücksichtnahme auf die zeitlichen Ressourcen der Ehrenamtlichen schon die Wertschätzung und Anerkennung. Weil ehrenamtliches Engagement unentgeltlich ist, müssen bestmögliche Rahmenbedingungen hergestellt werden. Das bedeutet für die Engagierten im Leitungsteam, dass entsprechende Qualifikationen kostenfrei gewährleistet und dass die nötige Ausrüstung bereitgestellt wird. Fahrtkostenregelungen sind zu klären und die Engagierten werden, wenn sie möchten, im Pfarrbüro einen Arbeitsplatz haben.

Welche Unterstützung und Begleitung bietet der Arbeitsbereich Ehrenamtsentwicklung an?

Gemeinsam mit dem  Arbeitsbereich Personalentwicklung werden wir verschiedene Module zur Qualifizierung entwickeln. Themen solcher Module sind zum Beispiel: Wie gelingt der Prozess der Teamfindung gemeinsam mit den Hauptberuflichen? Wie kann Augenhöhe in der Zusammenarbeit gewährleisten werden? Welche Hilfen zur Arbeitszeitorganisation braucht es? Die Begleitung wird durch die Hauptamtlichen im Leitungsteam und unseren Arbeitsbereich erfolgen. Neben den begleitenden Fortbildungen sind Supervision und Coaching selbstverständlich.

Was bieten die Info-Veranstaltungen im September?

Wir wollen den Interessierten einen Raum zur Orientierung anbieten, wo sie klären können: Was erwartet mich? Was ist Dienst und Aufgabe im Leitungsteam oder im Rat der Pfarrei? Denn eines wird sich deutlich unterscheiden von den jetzigen Gremien: Es wird stärker um strategische Fragen für die Gesamtpfarrei gehen; zum Beispiel die Umsetzung des Rahmenleitbildes, die Verantwortung für eine diakonische und missionarische Kirchenentwicklung und eine entsprechende Ressourcensteuerung. Zu den Aufgaben gehören Koordination, Kooperation und sicher auch Konfliktmanagement.

Die Veranstaltungen wollen motivieren, aber auch Klärungshilfe bieten, ob das die richtige Aufgabe für jemanden ist. Denn auch das ist Ehrenamtsentwicklung: Orientierung zu bieten, damit jede und jeder ihren und seinen Platz finden kann.

 

 

 


2 Kommentare

Ein Zwischenruf

Ein „Zwischenruf“ von Dr. Herta Brinkmann (Linz) bei der Sitzung des Diözesan-Pastoralrates am 7. Juni 2019:

Ich frage mich, was ist von der Synode übrig geblieben?

Was ist in den Gemeinden angekommen?

Zum jetzigen Zeitpunkt scheint nur der Streit über die Strukturen vorherrschend zu sein und damit verbunden unendlich viele Fragen, die keiner beantworten kann, weder die Hauptamtlichen noch die Ehrenamtlichen.

Ratlosigkeit!

Die Ehrenamtlichen in der alten Pfarrei fühlen sich in die Bedeutungslosigkeit verstoßen und sitzen erstarrt wie der Hase vor der Schlange, „weil ja alles nur noch (in unserem Fall) von Neuwied bestimmt wird.“ Das mit den Orten von Kirche versteht man mittlerweile in etwa; aber man empfindet es auch als Bevormundung, dass der Rat der Pfarrei entscheidet, ob man einen Delegierten in die Synodalversammlung entsenden darf. Ja und dann auch: „Wie soll die denn überhaupt arbeitsfähig sein?“

Wenn ich versuche, das Neue der Struktur zu erklären und es damit zu begründen, dass diese Veränderungen zur Umsetzung der Inhalte der Synode notwendig sind und eigentlich für die Ehrenamtlichen mehr Freiheit bedeuten, bekomme ich zu hören: „Du redest dir das alles doch nur schön!“ Eigentlich sind die Frauen und Männer in unseren Räten sehr engagiert und couragiert, aber: „Wie soll das alles statt finden, wir haben doch dann kein Mandat mehr.“

Ich brauche kein Mandat durch Wahlen. Ich habe mein Mandat mit der Taufe bekommen!

Ich bin traurig darüber, dass von den Inhalten der Synode, um die wir Synodale drei Jahre lang gerungen haben, bisher so wenig in unseren Gemeinden angekommen ist. Warum sind die Arbeitsergebnisse der anderen Teilprozessgruppen noch immer verborgen?

Und überhaupt: Wo ist das Feuer der Synode geblieben, die Begeisterung, die in uns brannte? Ich habe da noch immer Menschen vor Augen – Benedikt Welter oder Schwester Scholastika, und so viele andere.

Mit der gleichen anerkennenswerten Intensität, mit der die Bistumsleitung die neuen Strukturen kommuniziert hat, muß es auch mit den Inhalten geschehen. Schicken Sie nicht nur Erkunder, schicken Sie Propheten zu den Menschen, die uns den gemeinsamen Weg führen.

Es war ergreifend, wie Sie, lieber Herr Bischof, jeden einzelnen Synodalen mit dem weißen Schal in die Gemeinschaft der Synode aufgenommen haben. Sinnbildlich müssen wir genau das mit jedem Menschen in unserem Bistum  tun, damit wir verstehen: Wenn wir vom Einzelnen her denken, muß jeder Einzelne da sein zum Sehen und Hören, und zum Handeln mit den eigenen Charismen.

Lassen wir die Synode nicht verloren sein.

Übermorgen ist Pfingsten.

Ich halte viel vom Heiligen Geist…

Aber es ist Zeit, auch selber zu handeln.


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Dank für bisherige Beteiligung – Bitte um konstruktiv-kritische Auseinandersetzung

Generalvikar Ulrich von Plettenberg dankt für die bisherige Beteiligung an der Anhörungsphase und ruft für die verbleibenden Tage dazu auf, sich kritisch aber auch konstruktiv mit den bereitgestellten Informationen auseinanderzusetzen. Vom Flugblatt der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ distanziert er sich.
www.bistum-trier.de/anhoerung

(JR)


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Missionarische Grundhaltungen werden deutlich

Bereits im April hat die Teilprozessgruppe „Missionarische Teams/Freiwilliges Missionarisches Jahr“ Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Die TPG hat zum Begriff „Mission“ theologische Grundlagen erarbeitet und einen Vorschlag für das Missionsverständnis vorgelegt. Ebenso wurden ein Konzeptentwurf für die Bildung missionarischer Teams und Modellvorschläge für ein Freiwilliges Missionarisches Jahr vorgestellt.

Karin Müller-Bauer gehört zum Leitungsteam der TPG und zieht ein positives Fazit: „Über 40 Menschen haben sich die Zeit genommen, um sehr intensiv, kontrovers und konstruktiv in jeweils zwei mal drei Gesprächsrunden Rückmeldung zu geben zu den beiden Konzeptentwürfen Missionarische Teams und Freiwilliges Missionarisches Jahr sowie zum Missionsbegriff.“ Bei der Planung der Resonanzveranstaltung sei es der TPG wichtig gewesen, so viel Zeit wie möglich zum Gespräch zu geben.

„Bei der Verwendung des Begriffes Mission und missionarisch gab es die größten Vorbehalte sowie Alternativvorschläge, die wir mitnehmen und abwägen werden“, nennt Müller-Bauer eine wesentliche Rückmeldung. Dr. Michael Meyer, der wesentlich für dieses Themenfeld verantwortlich ist, bestätigt, dass der Missionsbegriff „irritiert“. Grundsätzlich habe er aber „kein Stoppschild“ gesehen.

Positiv konnotiert worden sei der Ansatz, dass die Missionarischen Teams in multiprofessioneller Zusammensetzung arbeiten können, sowie ein Vorschlag zur Einrichtung eines Missionarisch-Diakonischen Zentrums. „Dazu gab es hilfreiche Ergänzungen und Achtungszeichen, die wir in unser Konzept aufnehmen werden“, erklärt Müller-Bauer.

Peter Nilles befasst sich vor allem mit den Überlegungen zum Freiwilligen Missionarischen Jahr. „Wir hatten zwei sehr unterschiedliche Resonanzrunden: zum einen sehr viel konkrete Rückfragen und Impulse von Menschen, die beruflich mit Freiwilligendiensten zu tun  haben. Zum anderen gab es von Teilnehmenden der Synode sehr viel positive Bestärkung für unsere Ideen bis hin zu der Anmerkung, dass in keiner der Teilprozessgruppen der Geist der Synode so konkret fließt wie aus unserer.“ Er sieht die geplante Position ermutigt und bestätigt, dass mit dem Start der Pfarreien der Zukunft auch die inhaltliche Arbeit in Missionarischen Teams und im Freiwilligen  Missionarischen Jahr starten sollte, „damit der Synodenprozess nicht nur von strukturellen Prozessen gekennzeichnet ist, sondern auch deutlich wird, worum es der Synode inhaltlich geht“. Diese zeitliche Umsetzung werde zwar als ambitioniert gewertet, sagt Müller-Bauer, wobei der Dringlichkeit, anzufangen und damit Zeichen für ein Ernstnehmen der Synodeninhalte zu setzen, zugestimmt worden sei.

Insgesamt sei die TPG nach einem Abschlussritual, bei dem die Teilnehmenden einander als Zeichen des Aufbruchs und des Unterwegssein einen Schlüsselanhänger aus Bolivien in Form einer kleinen Sandale, zufrieden aus der Resonanz gegangen: „Die angenehme und lebendige Art des Austauschs und der Begegnung mit dieser heterogenen Gruppe hat beispielhaft missionarische Grundhaltungen sichtbar gemacht.“

(Judith Rupp)


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Mit den Menschen unterwegs sein

Prognosen mögen erschrecken. Die Langfristprognose zur Entwicklung der katholischen Kirchenmitglieder bis 2060 zeigt uns einen Rückgang von jetzt knapp 1,3 Millionen Katholiken auf ca. 600.000 Katholiken. Sollten zu dieser Zeit noch Kirchensteuern fließen, so sagt uns die Prognose bis 2060 einen Rückgang vom Basisjahr 2017 (306 Millionen Euro) auf ca. 250 Millionen Euro voraus. Die Ausgabenseite hingegen steigt laut Prognose aufgrund von steigenden Tarifen, Baukosten, Sachleistungen auf  knapp 600 Millionen Euro bis 2060.

Bei der Kirchenmitgliedschaftsprognose fällt auf, dass sich der Rückgang nicht alleine durch die demografische Entwicklung erklären lässt. Vielmehr schlagen die Austritte sowie ein verändertes Bindungsverhalten hier zu Buche. Katholische Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr zwangsläufig taufen – schon die bisher als selbstverständlich angesehene Eintrittsmöglichkeit in die katholische Kirche beginnt brüchig zu werden. Dass wir Katholiken weniger werden aufgrund demographischer Entwicklung ist leicht zu verstehen und zu akzeptieren. Andere Gründe für den Mitgliedschaftsschwund sind von der Institution Kirche aus gesehen schmerzlicher: etwa die augenblickliche Glaubwürdigkeitskrise sowie die abnehmende Bereitschaft katholischer Menschen, sich weiterhin kirchlich zu binden und die deshalb austreten oder ihre Kinder nicht zu den Sakramenten führen.

Das gibt auf mehreren Ebenen zu denken: Was ist mit der Kirche los, die doch eine frohe Botschaft verkünden will? Und was ist mit einer Gesellschaft los, die kirchliche Religion mehr und mehr indifferent oder sogar negativ betrachtet – und das bei aller noch vorhandener Wertschätzung kirchlichen Engagements, wenn es zum Beispiel um Solidarität mit den Schwachen und Armen geht, wenn es um kirchliche Schulen und ihre Bildung geht?

Für das Bistum Trier sind die Zahlen ernüchternd. Mit der Synode fragt die Trierer Kirche, wozu, für wen und mit welcher Qualität sie Kirche sein will. Das ist ein grundsätzlicher Perspektivwechsel, wenn nicht sogar eine Kehrtwende: vom Kreisen um sich selbst hin in eine Bewegung auf die Menschen zu, auf ihre Themen und Bedürfnisse. Das inhaltliche Programm der Bistumssynode will eine diakonische Kirche profilieren; also zusammen mit den Armen und Schwachen, den Bedrängten dieser Gesellschaft Entwicklungen anstoßen, die die Solidarität unter den Menschen fördert, die aber auch ganz konkret Lebensmöglichkeiten verbessern will. Sie will zugleich eine missionarische Kirche sein, die auf die Menschen zugeht und mit ihnen Wege der religiösen Suche und Vergewisserung geht. Es geht auch darum, das Evangelium deutlich zu bezeugen in der Gesellschaft, damit der Glaube sichtbar bleibt, angestrebt oder sogar angenommen werden kann. Diese Entwicklungen werden kaum die demografischen Entwicklungen beeinflussen, doch es könnte attraktiv sein oder wieder werden, sich kirchlich zu binden in kleinen Gemeinschaften, die sich diakonisch oder auch missionarisch verstehen. Diese neuen oder wiederentdeckten Orte von Kirche spielen in der Synodenumsetzung eine große Rolle.

Insgesamt zeichnet sich wohl eine Entwicklung ab, die vielfältige kirchliche Lebensvollzüge hervorbringen wird, die sich weniger an katholischen Regeln der Moral oder der Dogmatik orientieren, sondern vielmehr aus der individuellen Sinn- und Gottsuche heraus gespeist werden. Dort sorgen sich die Menschen in der Gewissheit, dass Gott mit ihnen ist, um Solidarität und um die Weitergabe des Glaubens. Hier kommt es auch wesentlich darauf an, wie sich die unterschiedlichen pastoralen Berufsgruppen auf diese neue Situation einlassen werden. Können sie mehr Fördernde, Entdeckende und Ermöglichende werden, die die Talente und Gaben der Menschen anerkennen und sie netzwerkartig verknüpfen helfen, damit sich Kirche diakonisch und missionarisch entwickelt? Von großer Bedeutung wird natürlich auch sein, wie die Ressourcenkonflikte zu lösen sind, wenn die Ausgaben steigen, die Einnahmen geringer werden, das hauptamtliche Personal abschmilzt. Wie gelingt es dann, diakonische und missionarische Entwicklungen zu fördern, um sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen, sondern tatsächlich mit und für die Menschen unterwegs zu sein?

Gundo Lames

Dr. Gundo Lames ist Direktor für den Bereich „Ziele und Entwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat Trier und Mitglied der Steuerungsgruppe für die Synodenumsetzung


Ein Kommentar

Neue „EinBlicke“

Wie sieht die Gremienstruktur in der Pfarrei der Zukunft aus? Wie können Orte von Kirche Delegierte in die Synodalversammlung entsenden? Wie geht es mit der Vermögensverwaltung weiter? Diese und andere Fragen werden in der zweiten Ausgaben der „EinBlicke“ beantwortet. Die Zeitung befasst sich mit den Inhalten des „Ersten Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016“. Sie ist online unter Informationen zur Anhörung zu finden.

(Judith Rupp)


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Resonanzveranstaltung Teilprozessgruppe Geistliche Zentren

Ca. 60 Frauen und Männer, Ehren- und Hauptamtliche, Vertreter von Ordensgemeinschaften und Bildungsstätten, Mitglieder aus anderen Teilprozessgruppen,… sind am Samstag, dem 9. Februar, der Einladung der Teilprozessgruppe Geistliche Zentren zur Resonanzveranstaltung gefolgt.

Die Willkommenskultur der Gruppe hat es den Teilnehmern leicht gemacht anzukommen und sich einzufinden. Dies war schon ein Anklang daran, dass die Willkommenskultur in einem geistlichen Zentrum für die Besucher ein erster wichtiger Anknüpfungspunkt ist.

Der Auftrag der Teilprozessgruppe beinhaltet vier Kernthemen:

  • Begriffe verstehen lernen: Wie sind die Begriffe geistlich, spirituell und missionarisch zu verstehen?
  • Bestandsaufnahme bisheriger geistlicher Zentren: Welche geistlichen Zentren gibt es derzeit? Durch welche Rahmenbedingungen zeichnen sie sich aus?
  • Konzeptionelle Grundlagen für die Weiterentwicklung bestehender und neuer geistlicher Zentren: Was sind Merkmale bzw. welche Kriterien sollten gelten? Welche Grundhaltungen ergeben sich für geistliche Zentren im Blick auf die Perspektivwechsel und die missionarisch-diakonische Kirchenentwicklung?
  • Entwicklung struktureller und organisationaler Rahmenbedingungen: Wie sind die geistlichen Zentren zukünftig angebunden? Wie ist das Verhältnis zu den Pfarreien der Zukunft?

In der Resonanzveranstaltung lag der Schwerpunkt auf den konzeptionellen Grundlagen.

Die Teilprozessgruppe hat verschiedene Kriterien erarbeitet und zur Diskussion gestellt, die ein geistliches Zentrum beschreiben können:

  • Ort des Gebetes.
  • Zuverlässige Gottesdienstangebote.
  • Förderung von geistlichem Leben durch Angebote zu Besinnung und Einkehr, Bibelarbeit und Gebet.
  • Angebot geistlicher Begleitung.
  • Vermittlung christlicher Bildung auf der Grundlage der Bibel.

Die Resonanzgruppe hat dies in Kleingruppen lebhaft diskutiert, ergänzt und präzisiert und so weiterführende und bereichernde Impulse für die Arbeit der Teilprozessgruppe gegeben.

In einem zweiten Schritt an diesem Nachmittag ging es um die Beschreibung geistlicher Zentren und deren inhaltlicher Unterscheidung. Die Teilprozessgruppe hat eine Dreiteilung geistlicher Zentren herausgearbeitet: demnach soll zwischen bestehenden geistlichen Zentren, neuen geistlichen Zentren an neuen Orten und Theologischen Bildungszentren zukünftig unterschieden werden.

Die Teilnehmer diskutierten die Unterscheidung: Wie sinnvoll ist diese? Was bedeutet es, wenn die verschiedenen Zentren in eine Entwicklungsperspektive gehen auf der Grundlage der Perspektivwechsel, der missionarisch-diakonischen Kirchenentwicklung und der erarbeiteten Kriterien? Was heißt das für die Angebote solch eines Zentrums und wieviel zweckfreier Raum ist notwendig? Ist der Name geistliches Zentrum der richtige?

All dies gilt es nun auszuwerten und das Konzept der geistlichen Zentren weiter zu entwickeln.

Sowohl die Mitglieder der Teilprozessgruppe als auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am Ende der Veranstaltung bewegt von vielen Fragen und Impulsen, die der Weiterentwicklung des Konzeptes dienen, aber auch jetzt schon für die eigene Arbeit vor Ort neue Anstöße geben können.

Edith Ries, Synodenbüro